Die 101 wichtigsten Fragen Japan

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Titel: Die 101 wichtigsten Fragen Japan

Autor: Florian Coulmas & JudithStalpers

Seitenanzahl: 160 Verlag: C.H.Beck,München (2011)

Sprache: Deutsch

ISBN: 9783406614040

Preis: 9,95 €

 

Motivation

Bevor ich Deutschland angekommen bin,wollte ich Japan gar nicht kennenlernen,wegen der Geschichte Faktoren.Aber meine Meinung hat sich verändert,wenn ich in Deutschland ein paar Japan Freunde kennengelernt habe.Die normale Japaner sind nicht so schlimm wie was ich gedacht habe,dewegen möchte ich selbst meine Erfahrungen in Japan machen um mit Vorurteilen aufzuräumen.Das ist auch die Motivation dass ich in Japan studieren will.

Jedoch ist meine Erkenntnisse über Japan sehr rar,wegen meiner psychologischen Widerstand gegen Japan.Um dieses Problem zu löschen,habe ich nach ein allgemaines Buch gesucht,”Die 101 wichtigste Fragen Japan”,als ich das Buch zufällig gesehen habe, wusste ich, dass es das Buch war was ich lesen sollte.In dem Buch werden 101 Fragen gestellt,und die Autoren haben die 100 Fragen einer nach dem anderen beantwortet,eine bleibt offen.Die Fragen werden unterteilt in die Bereiche wie Geschichte, Geographie, Umwelt, u.s.w,ich finde persönlich,dass alle Fragen sehr interessant sind.Mithilfe des Buches habe ich jetzt schon bisschen basede Erkenntnisse über Japan.

Autoren

Coulmas

Florian Coulmas ist 1949 im Hamburg geboren,er ist sowohl ein Autor als auch ein Japanologe.Er studierte von 1968 bis 1975 die Fächer Soziologie, Germanistik und Philosophie an der Freien Universität Berlin und an der Sorbonne (1969-1970).1977 wurde Coulmas an der Universität Bielefeld promoviert.1980 erfolgte seine Habilitation an der Universität Düsseldorf. Hier lehrte Coulmas als Privatdozent am Seminar für Allgemeine Sprachwissenschaft.1987 übernahm er eine Professur für Soziolinguistik an der Chūō-Universität. Zurzeit lehrt Coulmas als Professor für Sprache und Kultur des modernen Japan an der Universität Duisburg-Essen in Duisburg. Er ist seit Oktober 2004 Direktor des Deutschen Instituts für Japanstudien in Tokio. Coulmas hat viele Jahre in Japan gelebt und zu den Themen Schriftlinguistik, Sprachsoziologie und Japanologie veröffentlicht. Er schreibt regelmäßig für die Japan Times, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung.

Judith Stalpers ist Japankorrespondentin der Niederländischen Presseagentur.

Inhalt

101 Fragen haben die Autoren in diesem Büchlein gestellt,100 beantwortet.Eine bleibt offen.Wir können leicht herausfinden,welche und warum.Die Fragen werden unterteilt in die elf Bereiche Geschichte (13 Fragen), Geographie (5), Umwelt (4), Religion (8), Sprache (6), Bevölkerung (7), Gesellschaft (14), Wirtschaft (12), Politik (12), Technik (9) und Kultur (11).Japan heute wirft viele Fragen auf,über seinen fulminanten Aufstieg von einem in sich gekehrten kleinen Inselreich am Rande des asiatischen Kontinents zu einer industriellen Großmacht,die die Welt beliefert;über seine ungewöhnliche vormoderne Geschichte,während der es den Kontakt zum Westen auf ein Minimum reduzierte;über seine Religionen und deren friedliches Nebeneinander;über seine Wirtschaft und seine Politik und darüber,dass die Japaner so alt werden,aber keine Kinder mehr kriegen wollen.Was Japan heute in der technologischen Entwicklung bedeutet,ist nicht weniger faszinierend als der Reiz seiner Gegenwartskulutr.Leistungen und Produkte beider Bereiche sind vielleicht weithin bekannt,aber dennoch gibt es dazu viele Fragen.

In Geschichte Aspekt,die Autoren haben über ein paar interessante Fragen erzählt,z.b Japan-Nippon oder Nihon ist die heutige Aussprache der beiden chinesischen Zeichen,mit denen der Name des Landes geschrieben wird.Das erste,ni,bedeute”Sonne” und das zweite,hon,bedeute ”Ursprung”,das Land wovon die Sonne aufgeht.Nicht nur Nihon,in Europar war im späten Mittelalter die Bezeichnung Zipangu gebräuchlich.Sie findet sich in den Reiserichten Marco Polos,aber er hatte nie selber das Land besucht.Außerdem haben die Autoren die japanische Geschictsschreibung erklärt,es gibt bist jetzt vierzehn Ära in Japan,die sind: Jōmon-Zeit, Vorgeschichtliche Zeit, Yayoi-Zeit, Yamato-Zeit, Nara-Zeit,Heian-Zeit,Kamakura-Zeit,Muromachi-Zeit,Azuchi-Momo-yama-Zeit,Edo-Zeit,Meiji-Zeit,Taisho-Zeit,Showa-Zeit,Heisei-Zeit,leider haben die Autoren die Geschichte nicht vollständig erzählt.Weiterhin haben die Autoren über die Gründe,warum schloss Japan Anfang des 17.Jahrhunderts seine Grenzen.Von Anfang des 17.bis Mitte des 19.Jahrhunderts verfolgt Japan dei sogenannte Abschließungspolitik,die den Verkehr mit dem Ausland streng begrenzte.Dafür gab es zwei Gründe,erstens die Abwehr der christlichen Missionstätigkeit und zweitens die Unterwerfung aufständischer Fürsten durch das Bakufu,die Militärregierung mit dem Shogun an der Spitze.Beide standen miteinander in Zusammenhang.

In Kaptiel Zwei,haben die Autoren über die Geogrpahie von Japan erläutert.Mit 6852 Inseln wird Japan seinem Ruf als Inselreich mehr als gerecht.Nur 425 davon sind bewohnt,wobei 98% der Bevölkerung auf den vier Hauptinseln,Honshu,Kyushu,Hokkaido und Shikoku leben.und unter der Zentralregierung ist das Land in 4 Präfekturen aufgeteilt,die ihrerseits aus lokalen Einheiten bestehen:Kreisen(gun),Städten(shi),und Gemeinden(machi).

2924020417_f4ca6d4a59_zSind die Japaner Umweltbewusst?Was die Umwelt betrifft,ist Japan ein Land der Gegensätze.Die Japaner haben großen Respekt vor der Natur,so wie der Shintōismus es sie seit Jahrunderten lehrt,und der Buddhismus verlangt Bescheidenheit und Sparsamkeit. Anderseits springen die verschwenderische Verwendung von Verpackungsmaterial und die illegale Müllablagerung in der freien Natur ins Auge,darüber hin aus steht an jeder Straßenecke mindestens ein Getränkeautomat,der Tag und Nacht Kaffee und Tee in Doesen und Erfrischungsgetränke in Plastikflaschen kühlt oder erhitzt.Die 5,5 Mio.Automaten im Land verschlingen jährlich den Strom,den ein großes Kernkraftwerk erzeugt.

300255991353132560014177270_950In Religion Aspekt ist Japans religiöse Kultur  ebenso aktiv wie vielfältig.Nach offiziellen Statistiken aus dem Jahr 2007 gibt es im ganzen Land 182,976 religiöse Körperschaften mit 223,8871 Kultsätten.Die Gesamtzahl der Gläubigen wird mit 211,020,747 angeben.Bei einer Bevölkerung von 127 Mio.heißt dies,dass sich die meisten Japaner sowohl dem Shintōismus als auch dem Buddhismus zugehörig fühlen.Der Shintōismus ist eine auf Japan beschränkte Religion,die keinen Gründer und keine kanonische Doktrin hat.Göttliche Wesen,Kami,gibt es in großer Zahl,denn im Mittelpunkt dieser Naturreligion stehen Animismus und Ahnenverehrung.Belebte und unbelebte Objekte der Natur,alles,was den Betrachter beeindruckt und in ihm ein Gefühl der Ehrfurcht aufkommen lässt,kann als Kami bezeichnet werden.Auch die Vorfahren sind Kami,was bedeutet,dass der Shintōist nach seinem Tod selber in das Reich der Kami eingeht und wie alles zur Natru zurückkehrt.

viele Leute haben immer eine Frage ,ist Japanisch so ähnlich wie Chinesisch? Eigentlich ähneln Japanisch und Chinesich nur auf den ersten Blick,im wörtlich Sinne,nämlich in der Schriftform.Weil die Japaner das Schreiben von der älteren chinesischen Zivilisation lernten.Jedoch sind Japanisch und Chinesisch genetisch nicht verwandt,und typologisch sind sie sehr verschieden.Im Sprachbau ähnelt Japanisch dem Chinesischen überhaupt nicht.Auch in ihrer Phonologie sind die beiden Sprachen sehr verschieden.Im Chinesichen werden Wortbedeutung durch Tonhöhe voneinander unterschieden.Japanisch ist anders als Chinesisch keine Tonsprache,unde seine Aussprache ist einfach.

Mit 127 Mio.(2009) Einwohnern steht Japan auf Platz 10 der bevölkerungsreichsten Länder der Welt,Nach Angaben des Justizministerium lebten 2009 rund 2,19 Mio. registrierte Ausländer in Japan,rund 1,74 der Gesamtbevölkerung.

Sumo,der japanische Ringkampf wird von der Autoren in Gesellschaft Aspekt erläutet.Sumo ist der Nationalsport,in dem Sinne jedenfalls,dass er mit der japanischen Kultur assoziiert wird.Die Yokozuna,die Großmeister des Sumo,werden nicht nur als Athleten verehrt,sondern als Persönlichkeiten,da die Vertreter dieses Sports es verstanden haben,den Mythos zu pflegen,dass nur ein aufrechter Mann ohne Fehl und Tadel an die Spitze kommen kann.

scr-20120427145835-947023072Roboter sind heutzutag uns schon sehr bekannt,aber die Japaner haben immer mehr Begeisterung darüber.Warum lieben Japaner Roboter?Die Autoren hat die Gründe in Technik Kapitel erklärt.Zuerst sind Roboterhelden aus Mangas(Comics) sind ihre Inspirationsquelle,wie Ingenieure ungeniert bekennen,beispielsweise,der Astro Boy wer ist im Westen bekannt,die martialisch gestalteten Roboter Gundam und Tetsujin 28-go sind eher rational arbeitende Maschinen,in der Menschen sitzen,die sie steuern.Allen gemein ist, dass sie das Gute repräsentieren und die Welt vor bösen Kräften schützen.Noch ein anderer kultureller Zug liegt der japanischen Roboterleidenschaft zu Grunde:monozukuri.Japaner sind gut in der Herstellung von Objekten,von kleinen Tüfteleien bis zu komplizierten mechanischen Konstruktionen.

Fazit

Für mich personlich,ist das Buch sehr interessant,die Auswahl an Fragen in dem Buch über Japan ist dabei sehr gelungen; eigentlich ist keine uninteressante dabei. Die Antworten sind dazu nicht schwammig, sondern nachvollziehbar beschrieben.

Jedoch macht das Buch auch oberflächliches bild von japan.Manche fragen sind super und gut durchdacht, andere wiederum weniger relevant.

Allerdings ist sicher,dass das Buch auch geschmacksache und sehr individuell ist, alles in allem ist es empfehlenswert.

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China mittendrin – Geschichte, Kultur, Alltag

Buchdetails

Titel: China mittendrin – Geschichte, Kultur, Alltag

Autor: Marcus Hernig

Erscheinungsdatum: 30. April 2008

Seitenzahl: 208

Gerne: Kulturspezifischer Ratgeber / Länderreihe

Verlag: Ch. Links Verlag

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3861534723

Preis: 16,90 €

Motivation

Mein Auslandssemester im Rahmen des ASBE Programms soll etwas Besonderes werden, etwas Neues, etwa Herausforderndes und Aufregendes. Aber warum genau soll China, mein Wahlland, genau das alles bieten? Was unterscheidet die chinesische Kultur von der deutschen?

Mein bisheriges Wissen über China war doch sehr begrenzt und von Vorurteilen und oberflächlichen Anekdoten durchzogen. Um den Dingen genauer auf den Grund zu gehen, suchte ich nach einem Buch, welches mir die chinesische Kultur und den Alltag, insbesondere auch den der Metropole Shanghai, näher bringen sollte. Ein wenig Hintergrundwissen über das Land, in dem ich bald ganze fünf Monate leben werde, kann bestimmt nicht schaden, zumal ich noch nicht einmal ansatzweise die Landessprache beherrsche.

Auf der Suche nach einem entsprechenden Buch fokussierte ich mich auf europäische Schriftsteller, da diesen der Unterschied der zwei Kulturen besser auffällt als Einheimischen, für die die asiatische Kultur selbstverständlich ist. Das Buch „China mittendrin – Geschichte, Kultur, Alltag“ von Marcus Hernig schien für mich die perfekte Wahl zu sein, um meinen Anforderungen gerecht zu werden. Breit gefächert gibt dieses Buch Aufschluss über die wichtigsten Themen Chinas und bietet somit eine gute Voraussetzung, um die chinesischen Denk- und Verhaltensweisen besser nachvollziehen zu können.

Autor

Marcus Hernig ist 1968 in Dortmund geboren und studierte die Fächer Sinologie, Germanistik und Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Im Rahmen seines Studiums verbrachte er ein Semester in Nanjing, China und lernte dort das Land lieben. 1998 zog er nach Shanghai und heiratete dort auch seine chinesische Frau.

Er pflegte eine enge Zusammenarbeit mit dem DAAD  und zu seinen Tätigkeiten gehörten u. A. Lektor an der Tongji Universität, Trainer in Wirtschaftsunternehmen in den Bereichen Kultur & Kommunikation, Leiter der Bildungskooperation am Goethe-Institut in Shanghai, Berater und Seminarleiter für Unternehmen oder Autor. Neben China lernte Hernig auch Japan kennen, wo er eigene Projekte fortsetzte und den Zusammenhang zwischen Japan und China genauer erforschte. Heute lebt er sowohl in Tokio als auch in Shanghai.

Hernig achtet bei all seinen Tätigkeiten darauf etwas Aussagestarkes und stilistisch Innovatives statt Oberflächliches hervorzubringen. Er verfasste bereits drei landesspezifische Bücher über China, in denen er seine Erfahrungen niederschrieb. Seine Leidenschaft nimmt er daher, dass „Schreiben […] das Nachdenken über das Erlebte [ist]“.

Durch seine langjährige Chinaerfahrung konnte er selbst den Wandel Chinas miterleben und davon ausführlich berichten.

Inhalt

In seinem Buch beschreibt Marcus Hernig in acht – die Glückszahl der Chinesen – für sich allein stehenden Kapiteln unterschiedlichste Kuriositäten, Erlebnisse und Erfahrungen aus der Sicht eines laowai (Ausländern), obwohl er selbst mitten unter Chinesen und nicht in abgegrenzten Ausländervierteln wohnt. Die gegebenen Informationen basieren sowohl auf persönliche Erfahrungen aus Hernigs Leben als auch auf Daten und Fakten des Landes.

Im ersten Kapitel thematisiert Hernig die laowai und wie diese von den Chinesen wahrgenommen werden. Der Unterschied zwischen Ost und West ist gewaltig. Das wissen auch die Chinesen. Deutsche bezahlen beispielsweise eine Miete, die viermal dem üblichen Gehalt eines Chinesen entspricht und sie breiten sich immer weiter in den Metropolen des Landes aus. Etwa 50% der Firmen in Shanghai werden mittlerweile von Deutschen geführt – Tendenz steigend. Trotz allmählicher Übernahme der Westler werden Deutsche für ihre Qualität, die Autos und das toll gebraute Bier gelobt. Neid kannten die Chinesen lange Zeit nicht. Erst im 21. Jahrhundert eiferten diese den wohlhabenden Europäern nach. Reichtum und westliches Aussehen (blaue Augen, blonde Haare) entwickeln sich zu den Idealen, denen der Chinese nachzueifern versucht.

Im zweiten Kapitel konzentriert sich Hernig ganz auf die Inländer. Er erklärt viele Einzelheiten der unterschiedlichen Regionen innerhalb Chinas. Sowohl die 1-Kind-Politik und deren Folgen als auch die Schneide zwischen Jung und Alt in der immer moderner werdenden Kultur kommen zur Sprache. Er gibt dem täglichen Handeln einen Rahmen, indem das konfuzianistische System der fünf Beziehungen (guanxi) stets Beachtung finden soll, um als edler Mensch angesehen zu werden und Hernig stellt dar, dass sich Chinesen eher in ihren kreativen und regionsabhängigen Vornamen als Nachnamen, von denen es nur einige Hunderte gibt, unterscheiden.

Selbst das vermeintlich trockene Kapitel Geschichte und Politik ist sehr informativ und auf den Punkt dargestellt. Unnötige Ausschweifungen finden hier keinen Platz, stattdessen wird von den wichtigsten Ereignissen, wie z.B. der Song-Dynastie (960-1279) oder der Gründung der Volksrepublik China (1949), anschaulich berichtet. Insbesondere die stetigen Vergleiche zu der Entwicklung Europas lockern dieses Kapitel auf.

Im Gegensatz zu Deutschland sind Noten und das damit verbundene Punktezählen die einzige Aufgabe, die ein chinesischer Schüler/Student stets erfolgreich bewältigen muss. In dem Kapitel Form und Wettbewerb wird einprägend davon berichtet, wie hart es doch für Chinesen ist erfolgreich zu werden. Schüler haben teilweise 60-Stunden Wochen und auf die kindlichen Bedürfnisse wird kaum Rücksicht genommen. Schlafen, lernen, schlafen. So könnte ein Alltag eines Schülers aussehen. Der Wettbewerb steht stets im Vordergrund; ebenso bei den olympischen Sommerspielen 2008, welche als große Chance für das Land angesehen wurden. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut, um mit dem Westen mithalten zu können. Die Ausgaben betrugen so viel Geld wie die vorherigen sieben Sommerspiele zusammen!

In Kapitel fünf beschäftigt sich Hernig mit caishen (dem Geldgott) und wie Chinesen zu Geld stehen. Anders als Deutsche sparen Sie das meiste Geld und geben teilweise monatlich nur etwa 50€ aus. Glück und Reichtum, schwer erarbeitet und erkämpft, wollen sie bewahren. Das Geld, welches sie haben, investieren sie in ihre Kinder oder in Wohnungen, wobei die Ansprüche deutlich unter denen der Westler sind. Um sich den ein oder anderen „Yuan“ hinzuzuverdienen spielen Chinesen gerne mit ihrem Geld Karten, Brettspiele oder an der Börse.

Anschließend berichtet Hernig von seiner Reise in das Innere Chinas und den dort gesammelten Erfahrungen. Unerschlossene Ziele werden für Touristen immer attraktiver, weil sie auf diese Weise das Ursprüngliche kennen lernen können. Während er sich mit Einheimischen unterhält, fällt ihm der große Unterschied zwischen Stadt und Land auf. Sowohl die Bildung als auch Zukunftsperspektiven sind auf dem Land gering und trotz Urbanisierung werden die unterschiedlichen Regionen im Regierungssystem strikt getrennt.

Das siebte Kapitel handelt von den kulinarischen Erlebnissen Chinas. Essen ist für die Chinesen die Quelle zum Glück. Es dient sowohl als Mittel um die Gesundheit zu erhalten als auch um diese wieder herzustellen und es wird laut preisgegeben, wenn es einem schmeckt. Die Vielfalt der unterschiedlichen Regionen ist riesig. Eine Küche ist kaum mit der anderen zu vergleichen. Leider geht genau diese Einzigartigkeit in Zeiten der Schnelllebigkeit langsam verloren.

In seinem letzten Kapitel erklärt Hernig spannende Details zu der „hohen Stadt“ Shanghai und dem „breiten“ Peking. Nicht nur die positiven Aspekte sondern auch negative werden übermittelt. Mittlerweile leben über 50% der Bevölkerung in Städten, so waren es im Jahre 1980 doch nur 20%. Shanghai ist die Stadt der Superlative, jeden Tag wird etwas Neues gebaut und Ausländer sind überall zu sehen, da dort die besten Geschäfte abzuwickeln sind. Es ist die Stadt, die mittlerweile den Ton angibt und nicht mehr Peking. Peking hingegen ist traditioneller und Veränderungen resistenter. Ursprünglichkeit wird dort bewahrt anstatt jedem Trend nachzueifern.

Fazit

Das Buch bietet einen sehr guten und breit gefächerten Einblick über die Merkwürdigkeiten und Kultur Chinas. Die wichtigsten Themengebiete, die für das Verständnis der Zusammenhänge in dem Land dienen, werden ausreichend erklärt ohne zu tief in Einzelheiten zu verfallen. Wer einen groben Überblick über das Leben Chinas kennen lernen möchte, ist hier also genau richtig.

Besonders hervorzuheben ist die Kombination aus Daten und Fakten, persönlichen Erfahrungen und chinesischen Philosophien. Hernig verknüpft diese Elemente auf geschickte Weise indem er keine harten Urteile fällt sondern eine Bewertung dem Leser selbst überlässt. Seine Alltagsbeispiele oder Vergleiche zu der westlichen Welt bringen den Leser zum Schmunzeln und nehmen ihn mit auf seine Reise in die asiatische Kultur.

Allerdings weist das Buch auch negative Aspekte auf. Beispielsweise ist anzumerken, dass durch die allein stehenden Kapitel kein Spannungsbogen aufbaut werden kann oder manche chinesische Wörter erst im angehängten Glossar nachgeschlagen werden müssen. „Aktuell“ genannte Daten sind außerdem mit Vorsicht zu genießen, da das Buch mittlerweile fünf Jahre alt ist.

Insgesamt ist „China mittendrin“ ein äußerst lesenswertes und lehrreiches Buch, was ich jederzeit weiterempfehlen würde. Meine Erwartungen an das Buch, Hintergrundwissen zu gewinnen und Zusammenhänge zu verstehen, wurden erfüllt und ich bin gespannt, was ich aus dem Buch alles während meines Aufenthaltes wiederfinden und selbst entdecken kann.

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Embracing Defeat–Japan in the Wake of World War II

Embracing Defeat
Japan in the Wake of World War II

Book informationsembracing_defeat
Paperback:676 pages
Publisher:W. W. Norton & Company; First edition. edition (June 17, 2000)
Language:English
ISBN10:0393320278
ISBN13:9780393320275
Product Dimensions:3, 2 x 15, 2 x 22, 9 cm
Shipping Weight:1. 9 pounds
Award :
the U. S. National Book Award for Nonfiction,
the Pulitzer Prize for General Nonfiction,
the Bancroft Prize, the Los Angeles Times Book Prize, the Mark Lynton History Prize,
the John K. Fairbank Prize of the American Historical Association.

Motivation
Japan is a very beautiful country and also is a closer economic partner for China. But for the new generation of China, their feelings toward Japan remain complex. On the one hand, they could not forget that Japan waged war on China in 1937, and the fact that, after Cold War, Japanese Right Wing tries to deny its history of invasion, tries hard to prettify the crime of invasion. On the other hand, the high growth of Japan’s economy during the period of 1955-1973 is undoubtedly a miracle in the history of the postwar world economy. But many young people still want to get to know how painful are there during the period of recover and the specific reason behind. I like the Japanese culture and always watching Japanese TV programs and dramas, those can really help me to know the modern Japan. Therefore, through these book, maybe I could understand and calm to know what had happened to our neighbors in the past 60 years. That is the reason, why I choose these book for our media and literature forum.

AuthorIMG_2053_1
John W. Dower, author and historian, emeritus professor of Japanese history. Dower was born 21 June 1938 in Providence, Rhode Islandearned. He earned a bachelor’s degree in American Studies from Amherst College in 1959, and a Ph.D. in History and Far Eastern Languages from Harvard University in 1972

Recnetly, he retired from the History faculty in 2010 but remains active in MIT’s online “Visualizing Cultures” project, a pioneering website he cofounded in 2002 that breaks new ground in the scholarly use of visual materials to reexamine the experience of Japan and China in the modern world. As of 2012, eleven of the lengthy presentations on this multiunit site were authored by him.

Books by Professor Dower include The Elements of Japanese Design, (1971); Origins of the Modern Japanese State: Selected Writings of E. H. Norman (1975); Empire and Aftermath: Yoshida Shigeru and the Japanese Experience, 1876-1945(1979); A Century of Japanese Photography (edited, 1980); The Hiroshima Murals: The Art of Iri Maruki and Toshi Maruki(coedited, 1985); War Without Mercy: Race and Power in the Pacific War (1986); Japan in War and Peace: Selected Essays (1994); Embracing Defeat: Japan in the Wake of World War II(1999); Cultures of War: Pearl Harbor/Hiroshima/911/Iraq(2010); and Ways of Forgetting, Ways of Remembering: Japan in the Modern World (2012). War Without Mercy won several prizes in the United States and Japan, including the National Book Critics Circle Award. Awards for Embracing Defeat include the Pulitzer Prize (for general nonfiction), National Book Award (for nonfiction), Bancroft Prize (for U. S. hisotry), Fairbanks Prize (for history of Asia), Los Angeles Times Book Prize (in history), and two prestigious Japanese prizes for the documentary version of its work. Professor Dower also was executive producer of a documentary titled Hellfire: A Journey from Hiroshima that was a finalist for an academy award in 1988.

Perhaps, it is also important to understand the background, that is, his wife Yasuko is a Japanese lady, that maybe would help professor John Dower understood Japanese historia not only the academic side but also the emotional side.

Structure and Content
“Embracing defeat” panoramically describes the great changes in Japanese society in the six years after defeat. Understanding these history of this period, can really help readers to have a insight to the origin of the contemporary Japanese society structure and the contemporary Japanese mentality.

It consists of following five big parts:
Part I. Victor and Vanquished
Part II. Transcending despair
Part III. Revolutions
Part IV. Democracies
Part V. Guilts

Each part is divided into several chapters, and totally are 17 chapters, each chapter then has several sections, each section are closely subheadings simultaneously. So from its various subheadings can clearly understand the main content.

In the first three parts,mainly interpret the situation and feeling of Japanese civilians after defeat, and also they are the parts interested me mostly. So I collected some points from them which are impressed me deeply.

1) When they heard the news of the surrender, the ordinary Japanese reflect more of a remorse, bereavement, suffering the wrath of deception, and covering the sudden emptiness and the loss of objectives, rather than the nostalgia of war. All told, probably at least 2. 7 million servicemen and civilians died as a result of the war, roughly 3 to 4 percent of the country’s 1941 population of around 74 million. Millions more were injured, sick, or seriously malnourished.
In Tokyo, the largest metropolis, 65 percent of all residences were destroyed. In Osaka and Nagoya, the country’s second and third largest cities, the figures were 57 and 89 percent.

2) For the Japanese people, what the defeat brought to them, one is economic hardship, the other are tired of war and contempt for the militarists which brought its huge disaster. Vanquished want to both forget the past and to go beyond the past. Most people are politically apathetic, war disgust economic animal. They are neither concerned noisy parliamentary politics, but also deliberately avoided their ancestors in the crimes committed during World War II.

3) The group cohesion and discipline of the military hierarchy had not been built, as its propagandists intoned, on some idealized notion of “loyalty” or “harmony, ” but on a structure of authoritarian coercion that transferred oppression downward. Superior officers commonly commanded fear rather than respect even in the best of times, and defeat unleashed deep, hitherto repressed resentments.
Soldiers who returned from the war, generally received contempt rather than sympathy for help. Disabled veterans were doubly stigmatized, having lost the war as well as their physical or mental wholeness. Similarly, once sentimental effusions had been dispensed with, the war’s youngest victims were treated abysmally.Bild1 War orphans and homeless children almost by definition became “improper” children. Forced to scramble for daily survival on the streets, they became treated as incorrigible delinquents.
An anonymous letter published in the Asahi on June 9, 1946 captured the bleakness of such “homecomings”:
I returned to Japan from the southern regions on May 20. My house was burned, my wife and children missing. What little money I had quickly was consumed by the high prices, and I was a pitiful figure. Not a single person gave me a kind word. Rather, they cast hostile glances my way. Tormented and without work, I became possessed by a devil.

4) At that moment, the three most popular activities among small boys and girls were yamiichigokko, panpan asobi, and demo asobi-that is, holding a mock black market, playing prostitute and customer, and recreating left-wing political demonstrations.
As youngsters grew older, play shaded into practice. School-boys as well as orphans and runaways quickly learned how to earn pocket money as pimps by leading GIs to women. “You like to meet my sister?” became, for some, the next level of English instead of “give me chocolate.

5) Douglas Mac Arthur’s singular command over the occupation-indeed, his very title of Supreme Commander-epitomized the American monopoly on policy and power. The imperious MacArthur until 1948 reigned as a minor potentate in his Far Eastern domain. He had not only the normal executive authorities such as American President has in this country, but he had legislative authority. He could by fiat issue directives.Bild2
Hundreds of letters and postcards, which were addressed directly to General MacArthur, arrived daily throughout the occupation. Writers praised the general’s “exalted and godlike benevolence” and called him a “living savior. ”
MacArthur was also showered with gift, He received dolls, lamps, ceramics, lacquer work, bamboo products, feudal manuscripts, books, miniaturized bonsai trees, bonkei tray landscapes, animal skins, armor, and swords, as well a s paintings and sculptures that sometimes included renderings of himself.

Summarize
The author’s perspective scrutinized almost every corner of Japanese society in postwar. Although it is a personal point of view, but its plain objectively interpretation telling the story to readers convincingly.
There are not too many value evaluation and impetuous, just using letters from newspapers and all kinds of life pictures at that time, those to let readers closely know more about the facts. With the stories of countless little poor person and using of lively narratives, the author spread out the Japanese life picture scroll in postwar, and the processes of disillusionment and reconstruction of the Japanese people’s spirit.
Through reading these book, what impressed me deeply are the Japanese civilians also suffered a very hard time after the war.But they struggled with the roughly situation, and try to reestablish their own new life, works and religious, those were all in ruins in past years. At length, their successfully overcame all the hardships, that maybe are the things what we can learn.

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Schattenläufer und Perlenmädchen – Abenteuer Alltag in Japan von Christine Liew

Buchdetails

Titel: Schattenläufer und Perlenmädchen – Abenteuer Alltag in Japan

cover

Autor: Christine Liew

Verlag: Dryas Verlag

Erscheinungsjahr: 2010

Seitenzahl: 210

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-940855-22-0

Preis: 14,50€

 

Motivation

Ich habe mich im Rahmen des Medien- und Literaturforums für das Buch „Schattenläufer und Perlenmädchen – Abenteuer Alltag in Japan“ von Christine Liew entschieden. Nachdem ich erfahren habe, dass ich das nächste Semester in Japan, an der Oita University, verbringen werde, ist mir bewusst geworden, dass ich lediglich ein geringes Wissen über das Land, die Kultur und die Menschen Vorort habe. Aus diesem Grund habe ich nach einem Buch gesucht, welches einen Überblick über diese Punkte bietet. An diesem Buch hat mir bereits der Klappentext sehr gut gefallen, da die Autorin verspricht den Leser mit auf eine Reise in den japanischen Alltag zunehmen jenseits von Klischee und Hochglanzbroschüren.

Autor
liewChristine Liew, Jahrgang 1966, hat in Bonn und in Japan (Sendai) Japanisch, Linguistik sowie Vergleichende Kulturwissenschaften studiert. Nach 15 Jahren in Japan kehrte sie 2003 mit ihrem Mann, einem asiatischen Wissenschaftler, und ihren drei Kindern zurück nach Deutschland. Heute arbeitet sie, immer wieder unterbrochen durch Reisen nach Asien,  als Übersetzerin und ist außerdem als freie Journalistin und Autorin für diverse Zeitschriften und Fachmagazine tätig. Sie empfindet dabei den deutschen Alltag als mindestens genauso exotisch wie den japanischen.

Inhalt

Die Autorin beleuchtet in den 17 abgeschlossenen Kapiteln des Buches spannende Geschichten des Alttags. Einige Kapitel handeln von sehr persönlichen Erzählungen über den Alltag ganz gewöhnlicher Japaner und andere Geschichten vermitteln einen generellen Einblick des Landes. Die Geschichten sind dabei entweder in Berichtform, recht sachlich, jedoch immer wieder mit Anekdoten, oder als Reportage verfasst. Im Anhang befinden sich außerdem die “Top Ten des guten Tons”, die den Reisenden vor möglichen Fettnäpfchen bewahren soll. 

Christine Liew behandelt dabei Themen, die ihr während ihres langjährigen Japanaufenthaltes besonders aufgefallen sind. Darunter fallen Themengebiete wie Obdachlose, Familienplanung, das Schulsystem, Senioren, Sumo-Ringer und Perlentaucherinnen.

In einem Großteil der Kapitel geht die Autorin auf die Menschen des Landes ein. Im ersten Kapitel begleitet die Autorin zum Beispiel den japanischen Angestellten Mitra Kotsuke. Dabei bringt sie einem die Elemente des japanischen Arbeitsleben näher:  Morgens zunächst das Gedränge in der Bahn, gefolgt vom Schuhwechsel in die Büroschlappen, die Morgengymnastik vor Arbeitsbeginn bis zum Warten auf den Feierabendgong. Ein anderes Kapitel ist den Perlenmädchen gewidmet, hierbei handelt es sich um Frauen, die bei Tauchgängen nach Perlen gesucht haben um diese später zu verkaufen. Außerdem wird die Thematik der Obdachlosen sehr ausführlich behandelt. Im Vergleich zu Deutschland leben sie in einer Art unsichtbaren Parallelwelt und werden kaum wahrgenommen. Sie sind wie Schattenläufer, die sich ungern der Gesellschaft zeigen, sie betteln nicht und sprechen niemals Passanten an. Es handelt sich bei den rund 25 000 Obdachlosen meist um Männer im fortgeschrittenen Alter. Ein weiteres Problem der Gesellschaft stellt das Kapitel „Knast goes Geriatrie“ da, darin geht es um die alternde Gesellschaft. Japans Silver Citiziens machen bereits 20% der Bevölkerung aus und laut Vorhersage werden 2055 über 40% der Japaner ihren 65 Geburtstag feiern. Sie halten sich fit mit Ballsportarten oder dem Erlernen einer neuen Sprache oder Musikinstruments. Sie versuchen geistig so aktiv wie möglich zu bleiben aus Angst vor dem körperlichen Verfall oder Demenz, da sie so lange wie möglich unabhängig bleiben möchten. Außerdem steigt die Kriminalitätsrate der über 65-jährigen Straftäter. Denn für einige Senioren ist das Gefängnis die einzige Chance auf einen geregelten Lebensabend.

Christine Liew gibt in ihrem Werk auch Einblicke über ihre eigenen Erlebnisse in Japan. Im 3. Kapitel beschreibt sie zum Beispiel ihre persönlichen Erfahrungen mit der Sprache Japanisch, wobei sie auch auf die Geschichte der Sprache eingeht. In Kapitel 9 „Menschenskinder!“ berichtet sie über den Alltag mit ihren Kindern und die unterschiedlichen Voraussetzungen des Schulsystems. Von einem Erstklässer wird zum Beispiel bereits erwartet, dass er die Silbenschriften und Grundrechenarten bereits vor Schulbeginn beherrscht. Sie erwähnt ebenfalls, dass es in Japan eine klare Rollenverteilung gibt, die Frauen kümmern sich um die Familie und sind verantwortlich für die Verwaltung des Familieneinkommens, während der Mann arbeiten geht.

Des Weiteren werden in dem Buch „Schattenläufer und Perlenmädchen – Abenteuer Alltag in Japan“ zum Beispiel Aspekte wie das Kohai-Sempai Prinzip am Beispiel der Sumo-Ringer thematisiert. Auch die Angst vor Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen wird beschrieben. Das Inselreich wackelt mehr als 7000 Mal im Jahr, dabei helfen Frühwarnsysteme oder auch eine spezielle Art der Möblierung um schlimmere Katastrophen zu vermeiden.

Fazit

Das Buch „Schattenläufer und Perlenmädchen – Abenteuer Alltag in Japan“ von Christine Liew ist direkt und unterhaltsam geschrieben. Es verfügt über viele Themengebiete, die ein großes Spektrum abdecken und somit einen guten Überblick über das Land ermöglicht. Ihre persönlichen Erfahrungen und zum Teil kritischen Betrachtungen, bieten außerdem einen westlichen Blick auf die Thematik. Das Einfügen von Fußnoten ermöglicht manche Inhalte gut zu verstehen auch wenn man nur über ein geringes Vorwissen verfügt. Durch die einzelnen abgeschlossenen Kapitel war leider kein roter Faden in dem Buch erkennbar, ich hätte mir erhofft, dass das Buch etwas mehr in die Gebiete Land, Kultur und Gesellschaft unterteilt wäre. Außerdem war es an manchen Stellen schwierig zu erkennen aus welcher Perspektive die Autorin schreibt, ob sie von ihren eigenen Erfahrungen berichtet oder ob es sich um einen Bericht einer anderen Person handelt.

Für meinen persönlichen Zweck, als Vorbereitungslektüre für mein Auslandssemster, war das Buch die richtige Einsteigerlektüre. Für Leser mit mehr Vorwissen mögen einige Aspekte jedoch keine neuen Informationen sein.

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Rezension: Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Buchdetails
Titel: Das geraubte Leben des Waisen Jun Do
Autor: Adam Johnson
Orginaltitel: The Orphan Master‘s Son
Geb.Ausgabe: 687 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (11. März 2013)
ISBN-10: 3518464256
Preis: 22,95 € (gebundene Ausgabe), 19,95 € (E-Book)

Motivation
Im Rahmen des Medien- und Literaturforums habe ich mich für das Buch „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ vom amerikanischen Autor Adam Johnson entschieden. Aufmerksam auf den Roman wurde ich durch die News, dass dieser Roman in diesem Jahr (2013) den renommierten Pulitzerpreis im Bereich Literatur gewonnen hat. Auf den ersten Blick entsteht eventuell ein Missverständnis, weil das Land meines Asienaustauschs Südkorea ist, das Buch jedoch das Leben in Nordkorea thematisiert. Ich erachtet es jedoch als sehr informativ mich näher mit der Beziehung zwischen beiden Staaten zu beschäftigen. Die Teilung des Landes hatte eine große Wirkung auf das Leben auf beiden Seiten. Die Konflikte, welche sich nach der Teilung ergeben haben sind heute aktuell und in den Medien dominant, wie nie zu vor. Da meine Recherche über die generellen Sitten und Kultur in Südkorea bereits stattgefunden hat und durch die Vorstellung vieler „Fettnäpfchenführer“ während des Medien- und Kulturforums unterstützt wurde, habe ich mich deshalb für dieses Buch entschieden.

Autor
Adam Johnson ist ein amerikanischer Autor, welcher 1967 in South Dakota geboren wurde und in Arizona aufgewachsen ist. Nach einem Journalistik- und Schreibstudium mit anschließender Promotion arbeitet und lebt der Autor heute in San Francisco und lehrt an der renommierten Stand Ford University Creative Writing. Vor seinem Bestseller „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“, veröffentlicht er eine Sammlung an Kurzgeschichten unter dem Titel „Emporium“ (2002) und den „Roman Parasites Like Us“ (2003)

Buchaufbau
Das Buch besitzt keine feine Einteilung in Kapitel, sondern nur eine grobe Gliederung in zwei Teile. Erster Teil: Die Geschichte von Jun Do (S. 10 – 277), Zweiter Teil: Das Geständnis des Kommandanten Ga (S. 279 – 682). Der erste Teil beschreibt das Leben des vermeintlichen Waisenjungen Pak Jun Do in der demokratischen Volksrepublik Korea. Im zweiten Teil wird die Perspektive gewechselt und der neue Erzähler ist ein Verhörspezialist der geheimen Abteilung 42. Der mächtigste nordkoreanische General Kommandant Ga wurde verhaftet und der Abhörspezialist versucht die Wahrheit zu einem Mordfall aus dem Kommandanten herauszubekommen. An vielen weiteren Stellen wird im Buch eine dritte Erzählperspektive eingestreut: Eine Stimme aus einem nordkoreanischen Propagandalautsprecher gibt regelmäßig seine propagandistische Einschätzung zu dem Verlauf der Geschichte Preis.

Klappentext
Pak Jun Do hat noch nie einen Film gesehen, kaum je ein Werbeplakat, er findet es merkwürdig, dass woanders Leute Tiere im Haus halten, und er wundert sich über Maschinen, die Geld auswerfen. Er kennt keine Ironie, keine Kunst, keine Mode und keine Magazine. Aufgewachsen im nordkoreanischen Waisenhaus Frohe Zukunft, ist er winziges Rädchen im großen Getriebe der absurd-grausamen Herrschaft des Geliebten Führers Kim Jong Il. Nur ein falsches Wort kann jeden sofort ins Lager bringen. Doch mit der Zeit beginnt Jun Do an etwas zu glauben, was stärker ist als Staatstreue: Freundschaft und Liebe. Als er die Schauspielerin Sun Moon trifft, lernt er das bedingungslose Vertrauen in einen anderen Menschen kennen. Und nur dafür lohnt es sich zu überlegen.

Wichtiger Hinweis
Bei dem Roman „Das geraubte Leben des Jun Do“ handelt es sich um eine fiktive Geschichte. Um das Leben in Nordkorea als Rahmenhandlung authentisch beschreiben zu können, hat der Autor mehrer Jahre für dieses Buch recherchiert, mit zahlreichen internationalen Experten gesprochen und Nordkorea selbst im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten für eine Woche besucht. Die Grundpfeiler der Erzählung werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auf gesicherten Fakten zu dem Staat Nordkorea basieren, die Informationen drum herum entstammen jedoch der Fantasie des Autors. Dieses ist im Sinne der künstlerischen Freiheit legitim, beim Lesen des Buches sollte jedoch berücksichtigt werden, dass die Darstellung des Staats Nordkorea durch den Autor nicht zwangsläufig der Wahrheit entsprechen muss. Auf Basis des Buches lässt sich kein gesichertes Bild des Lebens in Nordkorea zeichnen.

Inhalt: Erster Teil – Die Geschichte von Jun Do
Pak Jun Do wächst in dem nordkoreanischen Waisenhaus Frohe Zukunft auf. Eigentlich handelt es sich bei ihm um kein Waisenkind, denn er ist der Sohn des Aufsehers. Seine Mutter wurde aufgrund ihrer Schönheit in die Hauptstadt Pjöngjang entführt. Wie alle Waisenkinder trägt der Protagonist den Namen eines nordkoreanischen Martyrers, in diesem Fall Pak Jun Do. Dieser hat während des Koreakrieges auf der Seite des Nordens gekämpft, jedoch zweifelten die Obrigkeiten aufgrund zweifelhafter Familienmitglieder an seiner Loyalität. Um seine grenzenlose Loyalität gegenüber dem Staat zu beweisen, beging er Selbstmord. Das Leben eines Waisen findet unter erbärmlichen Verhältnissen statt und Waisenkinder werden dazu benutzt, gefährliche und gesundheitsschädliche Arbeiten in Fabriken und an anderen Orten zu verrichten. Da Jun Do im Gegensatz zu vieler seiner Kameraden das Leben im Waisenhaus überlebt, wird er als Jugendlicher zum Militärdienst eingezogen. Er wird dort als Tunnelkämpfer unter der DMZ eingesetzt. Dort erlernt Jun Do den Kampf in vollkommener Dunkelheit und er erhält ein spezielles Training zum Aushalten großer Schmerzen. Aufgrund seiner Fähigkeiten wird er für Spezialmissionen abkommandiert. Er muss Personen vom japanischen Festland entführen, die in Zukunft in Nordkorea Sprachunterricht geben sollen oder persönliche Geschenke für Parteifunktionäre sind. Da Jun Do auch bei dieser Aufgabe seine Treue gegenüber dem Staat beweist, wird er mit Englischunterricht belohnt und wird daraufhin auf ein Fischerboot verfrachtet, um von dort aus die internationalen Funk-Frequenzen für den nordkoreanischen Geheimdienst abzuhören. Auf dem Fischerboot erleben er und die Besetzung einige Abenteuer, u.a. werden sie von einer amerikanischen Fregatte durchsucht und Jun Do wird schwer von einem Hai verletzt. Aufgrund einer Notlüge, getätigt um das Leben der Besatzung zu retten, wird Jun Do irrtümlich zum „Held der Nation“ ernannt. Aufgrund dieser Auszeichnung wird er Teil einer nordkoreanischen Delegation, die zwecks Verhandlungen, nach Amerika, in den Bundesstaat Texas reist. Weil das Ergebnis des Staatsbesuchs den nordkoreanischen Führer Kim Jong Il nicht zufrieden stellt, landet Jun Do in einem Arbeitslager, obwohl er sein ganzes Leben für den Staat gegeben hat.

Inhalt: Zweiter Teil – Das Geständnis des Kommandanten Ga
Der zweite Teil des Buches spielt komplett in Abteilung 42, einer geheimen Verhörabteilung der koreanischen Regierung. Hier werden brutale Methoden benutzt, um vermeintlich Schuldige zu einem Geständnis zu foltern. Nur ein namenloser Mitarbeiter mit einem kleinen Team entsagt sich dieser Methoden und versucht mit Gesprächen und psychologischer Vorgehensweise den Kern der Wahrheit zu finden. Der mächtige General Kommandant Ga wird in die Abteilung gebracht, da er beschuldigt wird seine Frau Sun Moon und die beiden Kinder ermordet zu haben. Da bisher keine Leichen gefunden wurden, hat der namenlose Verhörspezialist die Hoffnung, dass die Familie noch lebt und er dem Kommandanten Ga den Aufenthaltsort entlocken kann. Weil dem Kommandanten die Aussichtslosigkeit seiner Situation bewusst ist, erzählt er in Rückblicken was seit der Inhaftierung von Pak Jun Do geschehen ist. Der Kommandant hat vor einem Jahr in seiner Funktion als Bergwerksminister das Arbeitslager von Jun Do besucht, weil dort Uran gefunden wurde. In einem Tunnelschacht, in welchem Jun Do dem Kommandanten das Uran zeigen soll, startet Ga einen homosexuellen Übergriff auf Jun Do. Dieser kann den Kommandanten im Schutz der Dunkelheit des Tunnels töten. Als einzigen Ausweg aus der Situation, zieht Jun Do die Uniform des toten Kommandanten an und stiehlt im seine Identität. Da von Nordkoreanern blinder Gehorsam gegenüber dem ranghohen Militär verlangt wird, gelangt es Jun Do tatsächlich aus dem Bergwerk nach Pjöngjang zu fliehen. Bei einem Aufeinandertreffen bemerkt der Führer Kim Jong Il natürlich den Identitätsdiebstahl, weil der echte Kommandant Ga allerdings aufgrund seiner steigenden Macht zu einer Bedrohung für das Staatsoberhaupt wurde, kommt ihm dieser Personenaustausch recht gelegen. Da der Führer diesen offensichtlich Schwindel nicht als solchen demaskiert, sind die anderen Generäle ebenfalls gezwungen Jun Do als neuen Kommandanten Ga zu akzeptieren. Auch Gas Frau muss bei dieser Maskerade mitspielen und es entwickelt sich nach mehreren Monaten sogar eine Liebesbeziehung zwischen Jun Do und Sun Moon. Pak Jun Do baut sogar eine emotionale Bindung zu den zwei Kindern auf. Der Führer Kim Jong Il beauftragt Jun Do / Kommandant Ga einen Staatsbesuch der Amerikaner vorzubereiten. Weil Jun Do im Laufe seines Lebens den Schrecken erlebt hat, der vom nordkoreanischen Staat ausgeht, will er seiner Liebe Sun Moon und den Kindern ein anderes Leben ermöglichen. Bei dem Staatsbesuch der Amerikaner kann er Kim Jung Il ablenken und Sun Moon kann mit ihren Kindern in dem Flugzeug der Amerikaner versteckt werden. Ihnen gelingt die Flucht und Jun Do wird festgenommen und in die Abteilung 42 gebracht. Durch die Erzählungen der Grausamkeiten des nordkoreanischen Staats gerät das Weltbild des Verhörspezialisten ins Wanken. Er ermöglicht Jun Do Selbstmord zu begehen und töten sich danach (fast) selbst.

Fazit/ Persönliche Stellungnahme
Der Roman „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ bietet eine interessante Story, welche sich nur schwierig ein eine Gattung einteilen lässt. Er enthält zahlreiche Elemente aus dem Bereich der Tragödie und des Dramas, bietet aber auch humorvolle Stellen und eine umfangreiche Liebesgeschichte. Der Autor führt zahlreiche Charaktere in die Geschichte ein und bietet somit einen umfassenden Einblick in das Leben in Nordkorea (so wie er sich dieses vorstellt). Auch wenn es sich um eine fiktive Geschichte handelt, motiviert das Buch den Leser sich mehr über das Land Nordkorea zu informieren. Das Buch besitzt jedoch auch einige erwähnenswerte Schwächen. Die Perspektivenwechsel, zahlreiche Rückblenden und der Verzicht auf viele Erklärungen zu einigen Zusammenhänge macht den Roman stellenweise sehr verwirrend. Die hohe Anzahl und die Komplexität der Motive, mit denen der Autor Nordkorea und die Mentalität der Menschen beschreibt, können den Leser zudem schnell überfordern.
Auch wenn das Buch nicht frei von Schwächen ist, kann ich es uneingeschränkt empfehlen, weil die verschiedenen Angriffspunkte und viele kontroverse Szenen viel Raum für Diskussionen und Meinungsaustausch bieten.
Für meinen Asienaustausch kann ich aus dem Roman nur sehr wenig mitnehmen. Die Beziehung zwischen dem Süden und dem Norden wird leider kaum thematisiert. Über das Land Nordkorea konnte ich durch das Buch und meine folgende Recherche viel lernen. Ob mein Bild von Nordkorea allerdings an die Wirklichkeit herankommt, kann ich nicht beantworten. Eventuell kann mein Semester in Südkorea mehr Licht ins Dunkel bringen. Allerdings hat mir der Roman geholfen, persönlich mehr Wertschätzung gegenüber dem Austauschprogramm zu entwickeln. Die Geschichte von Jun Do führt vor Augen, dass auch zur heutigen Zeit junge Menschen keine Chance auf eine umfassende und weltoffene Bildung haben. Ihnen wird zudem die Möglichkeit genommen andere Länder zu bereisen und fremde Kulturen kennen zulernen. Dinge, welche wir als selbstverständlich erachten sind ein Ding der Unmöglichkeit für die Opfer eines repressiven Regimes, wie in Nordkorea.

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