Andreas Voigt
Mr. Behrmann. Leben Traum Tod



Andreas Voigt (Berlin)

Einführung: Prof. Dr. Inga Lemke
02. Mai 2012
18-20 Uhr
H1.233




Mitteilung Fach Kunst, 26.04.12

Veranstaltung im Rahmen der SILOGESPRÄCHE des Faches Kunst am Mittwoch, 2. Mai 2012, 18 bis 20 Uhr, Raum H1.233

„Mr. Behrmann. Leben Traum Tod“ – Leben als Material – Screening und Silogespräch mit Andreas Voigt

Dokumentarfilmmachen ist Wandern durch die Welten und darüber Geschichten erzählen; von Anderen und immer auch von sich selbst.

Andreas Voigt, geb.1953, ist einer der wichtigsten deutschen Dokumentarfilmregisseure, der insbesondere durch seine zwischen 1987 und 1997 entstandenen Leipzig-Filme internationale Reputation erlangte und für seine Filme zahlreiche Preise und Anerkennungen erhielt. Nach einem Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen, Potsdam –Babelsberg arbeitete er zunächst Dramaturg, seit 1987 Regisseur im DEFA Studio für Dokumentarfilme, Berlin, seit 1991 ist er freischaffender Regisseur und Autor für Fernsehen, Kino, Imagefilme. Zur Zeit hat er einen Lehrauftrag an der Universität Paderborn.

Sein Fernsehfilm Mr. Behrmann Leben Traum Tod 1995, ZDF/3 sat, Beta SP, 45 min. ( Buch & Regie: Andreas Voigt; Kamera: Rainer M. Schulz), erhielt unter anderem den Silver Wolf für den besten Dokumentarfilm, auf dem Amsterdam International Filmfestival und wurde im Rahmen von Input 96 als europäischer Beitrag beim internationalen Film Festival in Guadalajara, Mexiko gezeigt.

"Ich bin ein Kind, ein Gaukler, ein weiser Prophet.", sagt er und wandelt über die Flure eines Londoner Altersheims - durch sein winziges Zimmer, durch sein Leben. Die Erinnerungen, die ihn nicht loslassen, die bunten Hüte, die Fotos, ein paar Lieder von damals.

Joseph Behrmann ist ein lettischer Jude. Der Vater, ein reicher Holzhändler, besitzt große Ländereien und schickt seinen Sohn auf eine Schule nach England, nach Cambridge. 1939, in den Sommerferien, fährt Joseph nach Haus. Am 1. September beginnt der Krieg und Joseph kann nicht mehr nach England zurückkehren. In Lettland ist noch Frieden. 1941 bringen die Deutschen den Krieg auch dorthin. Die Familie kommt ins Ghetto. Die, die noch nicht durch die Letten umgebracht worden sind, kommen jetzt um. Joseph überlebt KZ und Krieg.

"Das KZ war meine beste Schauspielschule." Sagt er mir und: "Warum soll ein Jude dir erzählen, wie er leben geblieben ist." Entstanden ist ein sehr subjektiver Film über Leben, Traum, Tod.

Kinofilme (Auswahl)

INVISIBLE - illegal in Europa 2004, digitale Video- Formate, 35 mm, 89 min. (European Docu Zone Award, internationale Leipziger Dokumentarfilmwoche 2004)
Grosse Weite Welt 1997, 35 mm, 90 min.
Glaube Liebe Hoffnung 1994, 35 mm, 90 min.(Grand Prix, Festival du Film de Strasbourg, Frankreich; Prädikat "wertvoll")
Letztes Jahr Titanic 1991, 35 mm, 95 min. (Adolf- Grimme- Preis Prädikat: "Besonders wertvoll")
Leipzig im Herbst 1989, 35 mm, 55 min. (Taube 89, Preis der Jury der Internationalen Leipziger Dokumentarfilmwoche)

Fernsehfilme (Auswahl)

Im Kaukasus - Samuchas letzter Sommer, 2010, 43 min. HD cam, SWR und arte
Der Landpfarrer 2010, HD cam, rbb (Adolf Grimme Preis, 2011)
24h berlin 2009, HD cam, zero film, rbb, arte
Les Nomades du Cercle Polaire 2007, 52 min., HD cam, Barbara Etz Filmproduktion, Seppia TV, SWR, France 5 (Bester Film, Beste Kamera, beste Musik, TAC Film Festival, Eugene, Oregon, USA, 2008; Preis des Gouverneurs, Salechard Film Festival, Russland, 2008; Golden Coins, Hauptpreis Roshd International Film Festival, Teheran, Irak, 2009)

Aktuelles




Prof. Dr. Katja Hoffmann

Dienstag, 18.07.2017
18 - 20 Uhr

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Sabiene Autsch / Sara Hornäk:
MATERIAL UND KÜNSTLERISCHES HANDELN
Positionen und Perspektiven in der Gegenwartskunst

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