Nachgefragt und zugehört

Interview mit dem Zentrum für Sprachlehre: Sprachenlernen an der Uni

WAS IST DAS ZENTRUM FÜR SPRACHLEHRE UND WELCHE ANGEBOTE GIBT ES?

ZfS: Das Zentrum für Sprachlehre (ZfS) der Fakultät für Kulturwissenschaften ist die zentrale Anlaufstelle für alle sprachinteressierten Studierenden und Mitarbeitende der Uni. Wir bieten sowohl kostenlose Sprachkurse während des Semesters in bis zu 20 verschiedenen Sprachen an als auch während der vorlesungsfreien Zeit sogenannte „Sprachentage“, das sind kostenpflichtige Intensivkurse, die am Block stattfinden.

WAS IST DIE MEDIATHEK?

ZfS: Die Mediathek ist das Herzstück mit 10 PC-Arbeitsplätzen und einer kleinen Präsenz-Bibliothek. Alle Materialien findet man auch im Katalog der Bibo. Interessierte können vor Ort ihre Sprachkenntnisse im Selbststudium verbessern, Kurse nachbereiten, sich auf Tests vorbereiten oder auch Spiele spielen. Denn nicht unbedingt nur das Lernen von Wortschatz oder Grammatik macht den Erfolg beim Sprachenlernen aus, auch Medien, wie beispielsweise fremdsprachige Videos, Radiosender oder Zeitschriften, die extra für Lernende konzipiert wurden, können das Sprachenlernen zusätzlich unterstützen.

Unsere studentischen Hilfskräfte arbeiten in der Mediathek, geben auf Anfrage Führungen für Kurse und sind Ansprechpartner für alle möglichen Fragen.

WELCHE ZERTIFIKATE KANN MAN ERWERBEN?

ZfS: In unseren Semesterkursen kann man zusätzlich zur normalen Prüfung in mehreren Sprachen eine sogenannte UNIcert©-Prüfung ablegen und dadurch ein Fremdsprachenzertifikat für den Hochschulbereich erwerben. Außerdem werden TOEFL-Tests für Englisch angeboten, DELE für Spanisch und Swedex für Schwedisch. Für Auslandssemester brauchen Studierende ein DAAD-Sprachzeugnis, das auch übers ZfS erworben werden kann.

WAS IST DAS BESONDERE AM SPRACHENLERNEN AN DER UNI IM VERGLEICH ZUR SCHULE?

ZfS: Allgemein kann man sagen, dass wir es an der Uni mit eher lerngewohnten Teilnehmenden zu tun haben, die die Sprache meist bewusst und mit einem bestimmten Ziel gewählt haben. Viele haben schon (andere) Fremdsprachen gelernt und sind damit potenziell fitter in Lernstrategien. Besucht man einen Sprachkurs an der Uni, muss man sich darauf einstellen, dass man viel Stoff schneller und in kürzerer Zeit lernt. Während man in der Schule Sprachen hauptsächlich im Unterricht und anhand von Hausaufgaben lernt, ist an der Uni auch das Eigenstudium gefragt. Neben dem Sprachunterricht sollte man daher auch das Interesse haben, sich außerhalb der Veranstaltungen mit der Sprache zu beschäftigen und unterschiedliche Formate beim Sprachenlernen hinzuziehen.

WIE FUNKTIONIERT DAS SPRACHENLERNEN IM TANDEM?

ZfS: Neben der Mediathek gibt es noch viele weitere Angebote, die das Lernen einer Sprache vereinfachen können, wie z. B. das Sprachenlernen im Tandem. Man kann sich z. B. als deutsche Studentin mit einem spanischen Muttersprachler zusammentun! Man trifft sich selbständig und hilft sich gegenseitig beim Verbessern der jeweiligen Zielsprache. Dadurch kann man nicht nur die eigenen Fremdsprachenkenntnisse erweitern und die Kultur des Tandempartners kennenlernen, sondern oft auch neue Freunde finden. (Ich habe sogar einmal eine E-Mail erhalten, dass ein Tandempaar später geheiratet hat…)

WIE FINDE ICH PASSENDE LERNSTRATEGIEN?

ZfS: Wir bieten auch sprach- und niveauübergreifende Strategienworkshops für Tandemlernende und alle weiteren Uni-Angehörige an, die weitere Lernstrategien kennenlernen möchten. Zu verschiedenen Schwerpunkten wie Aussprache, Sprechen oder Wortschatz haben Teilnehmende Gelegenheit, sich zum einen über vorhandene Strategien auszutauschen – in der Regel gibt es da eine Menge Vorwissen, das vielleicht einfach vergessen wurde oder das andere noch nicht kennen. Der Austausch wird immer als sehr fruchtbar gelobt! Zum anderen werden verschiedene potentiell unbekannte Strategien vorgestellt, die im Workshop direkt getestet und besprochen werden können, z. B. inwiefern ein Vorgehen zur Person und zum Ziel passt, ob es Spaß macht – Motivation ist ja ein ganz wichtiger Faktor – und wie effektiv es ist. Das ist je nach Person unterschiedlich, und das ist auch gut so.

WAS IST DIE SPRACHLERNBERATUNG?

ZfS: Während manche Studierende eine Sprache komplett neu lernen, möchten andere Studierende ihre Sprachkenntnisse vertiefen. Und so heterogen die Lernziele und Zielgruppen sind, so unterschiedlich sind auch die Wege, mit denen jeder individuell am besten lernen kann – und genau hier kann die Sprachlernberatung unterstützen: Dieses Beratungsangebot hilft dabei, das eigene Lernverhalten und Bedarfe zu reflektieren: Will man beispielsweise das Sprechen einer Fremdsprache verbessern und sich ohne Probleme an Diskussionen beteiligen können oder ist man zweisprachig aufgewachsen und möchte nun verstärkt die Schreibkompetenzen verbessern? Zu den individuellen Lernzielen können so Strategien entwickelt werden, um die persönlichen Ziele besser zu erreichen. Für Outgoings, also Studierende, die für ein oder zwei Semester ins Ausland gehen, ist so eine strategische Vorbereitung besonders relevant, da sie mit dem authentischen Input zurechtkommen müssen und die zahlreichen Lerngelegenheiten im Ausland so potenziell besser erkennen und nutzen können.

Hast du weitere Fragen zum Sprachenlernen oder zu den Angeboten des Zentrums für Sprachlehre (ZfS)? Hier findest du weitere Informationen

Abkürzung ZfS: Zentrum für Sprachlehre
Durchgeführt im Oktober 2019

Beitragsbild: Angelehnt an das Bild von Hugo Ataide auf Pixabay 

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