Reportage: Berlin City: Wo Rauchen noch erlaubt ist.

Ein Trip nach Berlin jenseits der typischen Touristenorte- Anfang Mai fahren wir für vier Tage in die Hauptstadt. In den nächsten Ausgaben der universal werden wir euch davon berichten.

Das Tor zum „Sandino-Hostel“, Foto: lin
Das Tor zum „Sandino-Hostel“, Foto: lin

Unsere Reise nach Berlin startet in Bielefeld. Weil wir am nächsten Morgen früh vom Bielefelder Hauptbahnhof nach Berlin fahren, sind wir schon am Mittwochabend dort. Als Einstimmung in den viertägigen Trip gehen wir abends noch in die urige Kneipe Wilbrandskrug. Es ist wie eine kleine Zeitreise, wenn man den Wilbrandskrug betritt. Wir essen Schnitzel und Salat und trinken dazu ein frisch gezapftes Bier für gerade mal zehn Euro. Nach ein paar Bierchen beginnt der Wirt 90er-Jahre-Musik von seinen 1000 gebrannten CDs aufzulegen. Der Wirt, aussehend wie Columbo nur mit Pornobalken, ist unfassbar sympathisch und bietet uns zudem einen Schnaps an, den wir gemeinsam trinken. Prost!

Am nächsten Morgen beginnt unsere Reise früh mit dem ICE. Dank des Sparpreises kostet die Fahrt nur 25,– Euro und ist deutlich bequemer und schneller als mit Flixbus. Nach drei Stunden sind wir am Ziel. Wir erblicken eine urbane Landschaft, die geprägt ist von Hochhäusern, moderner Architektur sowie Altbauten.. Nachdem wir über die BVG-App unser Tagesticket für 7 Euro geholt haben, fahren wir mit der Tram M5 25 Minuten lang zum Hostel. Das Hostel liegt gut versteckt in einer Nebenstraße. Vom Urbanen zum Ruralen, ein grünes Paradies. Das Sandino Hostel ist wahrlich eine Attraktion. Ehemals vor der Wende eine Würstchen-Fabrik, wurde es vom Betreiber selbst jahrelang umgebaut. Empfangen werden wir auf Englisch von einer Kanadierin. Nach dem Check-In können wir unseren Bauwagen betreten, in dem wir die nächsten Nächte verbringen. Dieser kostet 34,– Euro die Nacht. Man kann aber auch zelten, was nur elf Euro am Tag kostet, oder die Mehrbettzimmer nutzen. Das Sandino Hostel verfügt über einen Innenhof, wo Tischtennis gespielt werden kann, sowie Sitzgelegenheiten und eine Grillstätte. Zudem befindet sich dort auch die Rezeption in einer Art Gartenhütte, wo man sich Insidertipps oder einen guten Kaffee holen kann. Gleich daneben sind der Chillroom und die Küche.. In der Küche wird Foodsharing betrieben, sodass man zwangsläufig wenig für sich selbst einkaufen muss. Im Hauptgebäude kann man kickern oder den Computer nutzen, es gibt einen Kräutergarten und zwei Hühner, die frei herum laufen. Nachdem wir uns eingerichtet haben, geht es erst einmal zum nah gelegenen Bioladen Landladen Kastaven, in dem Sandino-Gäste 5% Rabatt kriegen. Das geile am Laden ist, dass dieser eine Küche betreibt, die Suppe und Stulle heißt. Dort wird mit Bio-Produkten gekocht. Für gerade mal fünf bis sechs Euro bekommt man leckere Hausmannskost.

Als erstes besuchen wir den Berliner Tierpark. Als Student zahlt man zehn Euro, die sich definitiv lohnen. Danach geht es zu Nusantara, einem indonesischen Restaurant, das originale landestypische Speisen zubereitet. Sehr zum empfehlen ist Nasi Padang, ein Reisgericht mit Fleisch, in Bananenblätter gewickelt, das in Indonesien wie hierzulande als Sandwich auf der Arbeit gegessen wird (Vorsicht, sehr scharf!). Als Getränk dazu gibt es Teh Botol Sosro, eine Kopie der Cola, die aber süßlich herb schmeckt und als Nachspeise Es Teler, eine Art Eis mit Jackfrucht, unglaublich süß. Anschließend gehen wir am Abend auf ein Metal-Konzert in der „Metalraucher-Kneipe“ Blacklard. Ein Muss für jeden, der Metal hört. Dort gibt es wöchentlich Live-Auftritte. An diesem Tag erregte eine Band besonders Aufsehen: MADRED, eine finnische Trash-Metal-Band. Die Mitglieder springen über die Bühne, schnappen sich meine Kippe und geben Gitarrensolos, wobei die Gitarrensaiten fast Feuer fangen. Bei all der Anstrengung ist ein gutes Bier wichtig und dies hat die Kneipe auch zu bieten: 0,4l selbstgebrautes „Römer“ Bier für nur 2,80 Euro. Unser Abend endet um 1:00 Uhr. Berlin ist um diese Uhrzeit so voll wie Paderborn am Samstagnachmittag.

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