Kolumne: Smartphone-Tamagotchi

Smartphones sind Geräte, die aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken sind. Sie sind weitaus mehr als ein Gerät zum Telefonieren oder SMS schreiben, sie sind MP3-Player, Taschenkalender, Lexikon, Wörterbuch und noch vieles mehr. Es sind kleine Computer, die uns das Leben erleichtern.

Sie sind immer an unserer Seite, informieren uns über Nachrichten, die wir bekommen, und lenken unsere Aufmerksamkeit durch Blinken, Vibrieren oder Geräusche auf sich. Diese, teilweise stark penetrante Art, erinnert an ein Tamagotchi.

Vor allem die Geräusche bei WhatsApp-Nachrichten können sehr aufdringlich werden. Stell dir vor, du triffst dich mit alten Bekannten, welche du schon länger nicht mehr gesehen hast. Ihr geht einen Kaffee trinken und wollt euch ein wenig unterhalten, doch alle zwei Minuten fordert das Smartphone seine Aufmerksamkeit. Ständig werdet ihr im Satz unterbrochen und ihr seht auf eure Handys, lacht kurz und müsst dann nur mal eben antworten.

Irgendwann beginnst du dich zu fragen, ob sie mit dir einen Kaffee trinken gegangen sind, oder doch eher mit ihren Smartphones.

Wie wäre es damit, das Smartphone-Tamagotchi für solche Treffen einfach mal auf stumm zu schalten?

Wie wäre es damit, einfach sein Gegenüber anzusehen und nicht immer nur auf das Display zu starren?

Ein stummes Smartphone-Tamagotchi ist auch in Vorlesungen von Vorteil, denn niemand möchte in einem Hörsaal mit 300 anderen Studierenden sitzen und plötzlich meldet sich das kleine Biest lautstark zu Wort. Stell dir vor, wie du hektisch versuchst das Klingeln zu unterbinden, während dich 602 Augen anstarren – inklusive die des Dozenten.

Oder in Seminaren, wenn sich plötzlich Siri meldet: „das habe ich nicht verstanden.“

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