Auf ein Neues: Der Aufstieg des SC Paderborn

Das Wetter war schlecht, die Stimmung dafür umso besser: Am Montag, den 20. Mai, haben der SC Paderborn 07 und rund 10.000 Fans auf dem Rathausplatz bei strömendem Regen den zweiten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte bejubelt. In der Abschlusstabelle belegte das Team von Trainer Steffen Baumgart den zweiten Platz und steht damit hinter dem 1. FC Köln als direkter Aufsteiger fest. Der
1. FC Union Berlin muss als Dritter in die Relegation gegen den Bundesliga-16. VfB Stuttgart.

Auch das schlechte Wetter konnte dem SCP und seinen Fans die Aufstiegsfeier nicht vermiesen. Foto: rb
Auch das schlechte Wetter konnte dem SCP und seinen Fans die Aufstiegsfeier nicht vermiesen. Foto: rb

Der letzte Spieltag der Saison hielt dabei noch einmal reichlich Spannung bereit. Der SCP lag vor dem abschließenden Spiel in Dresden einen Zähler vor Union, das zur gleichen Zeit in Bochum antrat. Die „Eisernen“ hatten zudem das schlechtere Torverhältnis, mussten also in jedem Fall gewinnen und darauf hoffen, dass der SCP in Dresden nicht gewinnt. Die Paderborner begannen stark und gingen durch Philipp Klement früh in Führung, konnten die Partie in der Folge aber nicht mehr kontrollieren. So kam Dynamo Dresden selbst besser in die Partie und gewann am Ende verdient mit 3:1, nachdem Baris Atik dreimal getroffen hatte.

Somit war der SCP auf Schützenhilfe aus Bochum angewiesen, die Union Berlin zu Gast hatten. Der VfL tat den Ostwestfalen den Gefallen und spielte offensiv, folglich gelang Losilla das 1:0 und kurz nach der Pause erhöhte Ganvoula per Foulelfmeter sogar auf 2:0 für Bochum. Zu dieser Zeit schien das Aufstiegsrennen entschieden. Eben jener Ganvoula brachte Union aber zurück ins Spiel, als er eine Viertelstunde vor Schluss seine zweite gelbe Karte sah und der VfL die Führung in Unterzahl verteidigen musste. Berlin witterte seine Chance, wechselte offensiv und belohnte sich dafür: Prömel und Mees nutzten zwei der zahlreichen Union-Chancen und glichen zum 2:2 aus. Inklusive Nachspielzeit blieben den Berlinern nun zehn Minuten für ein Tor, das zum direkten Aufstieg fehlte. Doch VfL-Keeper Manuel Riemann machte sich in der Schlussphase mit seinen Paraden zum Paderborner Helden, denn er hielt das 2:2 fest und besiegelte damit den Aufstieg des SCP.

Die Dankbarkeit war entsprechend groß. Bei der Aufstiegsfeier wurde dann auch Herbert Grönemeyers Klassiker „Bochum“ inbrünstig gesungen und beim Saisonabschluss auf Mallorca, den die SCP-Kicker geschlossen in VfL-Trikots verbrachten, konnten sie sich persönlich um das Wohlergehen des Bochumer Schlussmannes kümmern, der ebenfalls auf der Baleareninsel weilte.

Die Ereignisse vom 34. Spieltag sollen aber nicht über den Anteil hinwegtäuschen, den der SC Paderborn selbst am erneuten Bundesliga-Aufstieg hatte. Nach einer bereits soliden Hinrunde mit 25 Punkten und Platz sieben legte die Baumgart-Elf nach der Winterpause noch einmal nach und spielte ligaweit die beste Rückrunde. 32 Punkte ließen den SCP schließlich auf Rang zwei springen. Gerade die Benteler-Arena erwies sich dabei als Festung. Nur eine einzige Heimniederlage musste Paderborn beim 0:1 gegen St. Pauli hinnehmen. Zwar ließ der SCP gegen kleinere Teams unnötige Punkte liegen, in den direkten Duellen mit den Mitkonkurrenten um den Aufstieg zeigte das Team dann aber seine Nervenstärke. Gegen Köln holte man alle sechs Punkte, gegen Union deren vier. Dem HSV musste man sich im Volkspark zwar knapp geschlagen geben, zuhause aber beendete man beim 4:1-Sieg in der entscheidenden Phase die Aufstiegsträume der Hanseaten. Und auch gegen Heidenheim und Kiel, die die Top Sechs komplettieren, blieb der SCP ungeschlagen.

Der Aufstieg ist somit der verdiente Lohn einer insgesamt gelungenen Saison, in der auch im Pokal Erfolge zu verzeichnen waren. Die Paderborner stießen wie im Vorjahr bis ins Viertelfinale vor, wo gegen den HSV nach einem 0:2 Endstation war.

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