{"id":867,"date":"2019-10-26T19:51:54","date_gmt":"2019-10-26T17:51:54","guid":{"rendered":"https:\/\/groups.uni-paderborn.de\/queers\/?p=867"},"modified":"2019-10-26T19:55:49","modified_gmt":"2019-10-26T17:55:49","slug":"profile-trans-und-inter-an-der-upb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/groups.uni-paderborn.de\/queers\/index.php\/2019\/10\/26\/profile-trans-und-inter-an-der-upb\/","title":{"rendered":"Profile &#8211; Trans* und Inter* an der UPB"},"content":{"rendered":"\n<p>(English translation follows soon)<br>,<br>Eigentlich mag ich diese Uni. Mein Studium macht mir Spa\u00df und stellt mich vor Aufgaben, die mich herausfordern. Au\u00dferdem gibt mir diese queere Gruppe an der UPB ein &#8222;Zuhause&#8220;, das hatte ich zum Beispiel in meiner alten Stadt nicht. Paderborn hat daf\u00fcr diverse queere Gruppen, wo mensch die unterschiedlichsten Menschen kennenlernen kann. Dennoch ist es manchmal schwierig das Unigel\u00e4nde aus verschiedenen Gr\u00fcnden zu navigieren. Das liegt daran, dass ich trans und inter bin, und mich geschlechtlich als weder m\u00e4nnlich noch weiblich verorte. Diese Dinge tauchen jeden Tag auf und f\u00fchren dazu, dass mein Alltag immer schwieriger zu bew\u00e4ltigen ist. Leider weist auch die Uni Strukturen auf, die nicht immer freundlich gegen\u00fcber uns inter und trans Personen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Bin\u00e4res Geschlecht ist wie ein (fast) weltweit verbreiteter Insider-Witz und du bist eine der wenigen Personen, die nicht eingeweiht ist. Der Gro\u00dfteil der Uni kann lachen, aber mein Alltag besteht leider oftmals auch aus k\u00e4mpfen. K\u00e4mpfen nach Anerkennung.<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich des <strong>Intersex Awareness Day<\/strong> (26.10.) sind hier einige Aspekte, die inter und trans Menschen Steine auf dem Pfad zu einer h\u00f6heren Bildung in den Weg legen, und wie wir alle zusammen diese abbauen k\u00f6nnen: <\/p>\n\n\n\n<p>Zu allererst muss wieder auf die Toilettensituation hingewiesen werden, welche wir schon in einem anderen Post erw\u00e4hnt haben. <br>(Siehe hier:  <a href=\"https:\/\/groups.uni-paderborn.de\/queers\/index.php\/2019\/08\/03\/wejustneedtopee\/\">https:\/\/groups.uni-paderborn.de\/queers\/index.php\/2019\/08\/03\/wejustneedtopee\/<\/a> )<\/p>\n\n\n\n<p>Die einzige Unisex-Toilette, welche f\u00fcr die generelle Studierendenschaft zug\u00e4nglich ist, befindet sich im Kellergeschoss. Wir trans, nicht-bin\u00e4re und inter Personen werden also einfach mal in den dunklen Keller verbannt. Ansonsten wird immer von dem Sekretariat darauf hingewiesen, dass wir doch die Behindertentoiletten nutzen sollen, da dort &#8222;All Gender&#8220; draufsteht. Warum das unangenehm sein k\u00f6nnte, haben wir schon einmal in unserem Post zu #WeNeedToPee gesagt. Leider wurde dieser Hinweis mit den Behindertentoiletten auch einer Freundin gesagt, die eine trans Frau ist. Und Frauen sollten doch die M\u00f6glichkeit haben auf die Frauentoilette zu gehen. Dies zeigt, dass ein Verst\u00e4ndnis von trans und inter Personen seitens der Uni einfach noch nicht da ist und wir oftmals als etwas &#8222;Separates&#8220; oder &#8222;Au\u00dfergew\u00f6hnliches&#8220; begriffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dasselbe Problem besteht beim Hochschulsport mit den gegebenen Umkleiden. Uns erreichten zwischendurch E-Mails von anderen trans Menschen, welche fragten welche M\u00f6glichkeiten es gibt. Oft f\u00fchrt die mangelnde Inklusion dazu, dass wir einfach dann gar keinen Sport machen und von weiteren Bereichen des sozialen Lebens ausgeschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Situation bez\u00fcglich der vielen Ausweise aus Plastik an der Universit\u00e4t wurde oft im StuPa diskutiert, allerdings z.B. eher aus der Perspektive des Umweltschutzes.<br>Jedoch muss auch aus trans und inter Perspektive erw\u00e4hnt werden, dass es sehr m\u00fchsam ist diverse (haha ;)) Karten wegen einer Namens- und Personenstands\u00e4nderung erneuern zu m\u00fcssen.<br>Um meinen Namen zu \u00e4ndern, hatte ich mich zum Studierendensekretariat begeben. Dort zeigte ich meinen DGTI-Ausweis vor, welcher trotz seines \u00fcber 20-j\u00e4hrigen Bestehens der Uni nicht bekannt war. Die zust\u00e4ndige Mitarbeiterin hatte die Gleichstellungsbeauftragte aufgesucht und sich mit ihr abgesprochen, was mir damals etwas Angst zusetzte, weil ich im Falle einer Nicht-Akzeptanz des Ausweises mir nicht mal dort Hilfe suchen k\u00f6nnte.<br>Bevor aber eine Namens\u00e4nderung durchgef\u00fchrt werden konnte, wurden mir noch einige Fragen gestellt, zum Beispiel ob ich denn dann auch diese Zwangstherapie durchf\u00fchren lassen w\u00fcrde. Ich sagte &#8222;Ja&#8220;, meinte aber damit insgeheim &#8222;Nein&#8220;, und danach wurde mir zum Gl\u00fcck doch best\u00e4tigt, dass der Name ge\u00e4ndert wird. Jedoch nicht mein Geschlechtseintrag, denn damals gab es den &#8222;divers&#8220; Eintrag bzw. PStG \u00a745b f\u00fcr inter Menschen noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch: eine Namens\u00e4nderung muss ohne weitere Bedingungen durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, sodass eine Inklusion von trans und inter Studierenden gew\u00e4hrleistet und Diskriminierung abgebaut werden kann!<br>Das einfache Vorlesen einer Kursliste in Seminaren und \u00dcbungen kann dazu f\u00fchren, dass geschlechtlich marginalisierte Studierende vor Kommiliton*innen gegen ihren Willen geoutet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Desweitern f\u00e4llt auf, dass f\u00fcr das Ausstellen einer Deli-Card der Personalausweis n\u00f6tig ist. Aus pers\u00f6nlicher Erfahrung kann ich sagen, dass dies weitere H\u00fcrden mit sich bringt.<br>Meine Namens\u00e4nderung an der Uni konnte im 1. Semester durchgef\u00fchrt werden, die offizielle (f\u00fcr Perso &amp; Co.) aber erst Ende des 3. Semesters. Somit konnte ich 3 Semester lang nicht in der Mensa Forum essen. Das bedeutet weiteren Ausschluss. Wir k\u00f6nnen also nicht mal mit unseren Freund*innen in der Mensa essen ohne uns vor Mitarbeitenden der Uni zu outen, um ein St\u00fcck Plastik zum Bezahlen zu erwerben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stimmung unter den Studierenden ist eine weitere Sache. Nicht-Betroffene denken oftmals nicht \u00fcber diskriminierende \u00c4u\u00dferungen nach. So benutzen Studierende &#8222;Schwuchtel&#8220; oder &#8222;Transe&#8220; als Beleidigungen, oder auch &#8222;behindert&#8220;, obwohl die sprechende Person selbst Sonderp\u00e4dagogik studiert. Sobald auch sexuelle \u00dcbergriffe durch trans- und interfeindliche T\u00e4ter zur Sprache gebracht werden, gibt es kaum Verst\u00e4ndnis oder Angebote f\u00fcr Opfer. Einige nehmen an, dass das Opfer selbst Schuld w\u00e4re, weil der T\u00e4ter &#8222;einfach neugierig war&#8220; und trans und inter sein einfach so eine &#8222;Seltenheit&#8220; sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie mensch sieht, gibt es viele Bereiche, die reformiert werden m\u00fcssten. Wir werden jedenfalls weiterhin f\u00fcr die Gerechtigkeit von marginalisierten queeren Personen k\u00e4mpfen. So wie auch jeder andere Gesellschaftsbereich ist leider die Uni noch in Teilen feindlich gegen\u00fcber inter und trans Personen. Die nicht-betroffene Mehrheitsgesellschaft besitzt eine Machtposition, welche zu \u00fcberwinden gilt.<br>Dies gelingt uns aber nur, wenn entsprechend viele Studierende aufmerksam gemacht werden und mit uns f\u00fcr diese Inklusion k\u00e4mpfen. Denn so viele Probleme haben eigentlich einfache L\u00f6sungen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(English translation follows soon),Eigentlich mag ich diese Uni. Mein Studium macht mir Spa\u00df und stellt mich vor Aufgaben, die mich herausfordern. Au\u00dferdem gibt mir diese queere Gruppe an der UPB ein &#8222;Zuhause&#8220;, das hatte ich zum Beispiel in meiner alten Stadt nicht. 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