Buchrezension: Die 101 wichtigsten Fragen China von Hans van Ess

Die 101 wichtigsten Fragen China
Details zum Buch:
Titel: Die 101 wichtigsten Fragen China
Autor: Hans van Ess
Erscheinungsdatum: 2008
Verlag: C.H.Beck OHG, München
Seiten: 160
ISBN: 978 3 406 56808 4
Preis: 9,95€

 

 

 

Motivation:
Während meines Aufenthaltes im Landesinstitut für Sprachen in Bochum kam ich aufgrund meiner chinesischen Wurzeln mehrfach in ein Gespräch über Hintergrundwissen über die Kultur, Geschichte und politische Themen über China. Obwohl ich bereits viele Male in China war, wurde mir durch diese Gespräche deutlich, wie wenig ich teilweise über das Land weiß. Um meine Kenntnisse über geschichtliches und politisches Hintergrundwissen zu vertiefen, wurde mir von einer Dozentin des LSI in Bochum das Buch „Die 101 wichtigsten Fragen“ von Hans van ESS empfohlen. Für mich persönlich war es spannend offene Fragen über das Heimatland meiner Eltern zu erfahren, aber auch die Sicht auf Themen und Fragestellungen aus einem nicht chinesischen Blickwinkel zu hören war sehr aufschlussreich.

Autor:
Der Autor des Buches heißt Hans van Ess. Dieser wurde 1962 nahe Frankfurt geboren. Er ist ein deutscher Sinologe und Mongolist. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf dem Konfuzianismus, die Geschichtsbeschreibung Chinas und außerdem die Zentralasienkunde.
1983 bis 1986 studierte Hans van Ess an der Universität in Hamburg Sinologie, Turkologie und Philosophie. 1986 bis 1988 nahm dieser ein Studium an der Fudan Universität in Shanghai auf. Ab dem Jahre 1992 war der Autor als Länderreferent in Hamburg beim Ostasiatischen Verein tätig, bis er 1995 Assistent am Sinologischen Seminar der Universität Heidelberg wurde.  Nach seiner Habilitation 1988 in Hamburg arbeitete Hans van Hass für den Lehrstuhl für Sinologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2015 ist der Autor zusätzlich Präsident der Max Weber Stiftung.

Zusammenfassung
Bei der vorliegenden Literatur „die 101 wichtigsten Fragen“ handelt es sich um ein Sachbuch. Wie aus dem Titel bereits deutlich wird, beantwortet das Buch Fragen bezüglich China. Wie alt ist China? Welches sind die größten Erfindungen? Welchen Zugang haben die Chinesen zum Internet? Wie funktioniert eine chinesische Tastatur? Ist das Land noch ein sozialistisches Land? Welche Rolle spielt der Sport in China etc.
Fragen wie diese und viele andere werden von Hans van Ess kurz aber verständlich beantwortet. Auf einige umfangreiche Fragen liefert der Autor einfache Antworten. Insgesamt liefert das Buch einen kurzen Einblick auf das Land China.

Aufbau des Buches
Die Literatur ist unterteilt in acht Kapitel. Das erste Kapitel, welches auch das umfangreichste ist, deckt 35 Fragen über die Geschichte ab. Das zweite Kapitel behandelt das Thema Politik, weiter geht es mit der Beantwortung von 15 Fragen im Bereich Wirtschaft, danach folgen Fragen bzw. Antworten zur Sprache & Schrift. Das fünfte Kapitel liefert Antworten im Bereich Religion & Philosophie. Weiter geht es mit Kultur, darauf folgt Gesellschaft. Im letzten Kapitel werden Fragen beantwortet zur Thematik Ernährung und Kleidung, Medizin und Sport.
Inhalt:
Im ersten Kapitel, in welchem geschichtliche Fragen im Fokus stehen beantwortet Hans van Ess zum Beispiel den Grund für den Bau der Chinesischen Mauer und Fragen warum Mao Zedong zugleich verabscheut wird, aber auch für Begeisterung sorgt und es immer wieder antijapanische Aktionen gibt.
Im zweiten Kapitel werden politische Fragen über Tibet und der Zugehörigkeit von Taiwan zu China beantwortet. Ob es bald eine Demokratie in China geben wird etc…
Im dritten Kapitel steht die Thematik Wirtschaft im Vordergrund. Der Leser erfährt etwas über Arbeitslosigkeit, wirtschaftlich arme und wirtschaftlich reiche Gebiete.
Auf die Frage in Kapitel 4 „Welche Dialekte hat China?“ antwortet van Ess, dass es eine Vielzahl von Dialekten gibt. „Phonologisch betrachtet sind diese Dialekte teileweise weiter voneinander entfernt als die Sprachen Spanisch und italienisch, sodass Spreche sich untereinander nicht verständigen können.“ Die größten acht Dialekte sind Mandarin, Wu, Min, Kantonesisch, Gan, Jin, Hakka, Xiang.
Die Frage nach den größten Erfindungen Chinas in Kapitel 6 beantwortet van Ess mit der Antwort: Papier welches damals aus Seide oder zusammengebundenen Bambusstäben bestand, der Druck, Schießpulver und der Kompass.
In Kapitel 7 geht es beispielsweise um die Frage, ob Chinesen abergläubisch sind. Nach van Ess haben Chinesen viele Rituale/ Bräuche die beispielsweise vor großen Unternehmungen wie Hochzeiten praktiziert werden aufgrund von Aberglauben. Des Weiteren gilt die Zahl 4 als unglückbringend die ausgesprochen klingt wie sterben. 四 Sì  und 死 Sǐ  Aufgrund dieser Ähnlichkeit in der Aussprache fehlt in China oftmals die vierte Etage in Hotels.
In Kapitel 8 lautet eine der Fragen, warum es nur wenige Milchprodukte in China gibt. Die Antwort lautet, dass Chinas Landwirtschaft zur Ackerbaukultur zählt, die Viehzucht war eher ein Luxus. Milch wurde/wird in meist in Form von Sojaextrakten zu sich genommen. Für Chinesen gilt Käse wird als verdorbene Milch. Joghurt hingegen hat in China einen hohen Verbreitungsgrad, westliche Unternehmen verkaufen Joghurt mit großem Erfolg. Der Fakt, dass Chinesen das Enzym fehlt Milchprodukte zu verdauen stimmt insofern, dass jeder Säugling auf der Welt dieses Enzym besitzt, durch das Erwachsen werden und das nicht mehr konsumieren von Milchprodukten geht dieses Enzym irgendwann verloren.
Fazit:
Um gut auf einen Aufenthalt in China vorbereitet zu sein, sowohl geschichtlich, politisch, wirtschaftlich, in Sprache und Schrift, über Religion und Philosophie, Kultur, Gesellschaft sowie über die Ernährung, Kleidung, Medizin und über das Thema Sport bietet das Buch eine grobe Grundlage. Kritisch zu betrachten sie allerdings das viele wirtschaftliche Fragen/Themengebiete veraltet sind. Der Stand des Buches ist 2008 dieser ist nicht mehr mit dem heutigen Stand Chinas vergleichbar. Im Jahre 2008 lag das BIP von China nach bei ca. 4,6Billionen US-Dollar. 2018 liegt dieser bei 13,4 Billionen US-Doller. Annahmen die der Autor zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung macht sind teilweise Hinfällig oder zu einfach dargestellt.

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