Buchrezension: Young China

  • Titel: Young China: How the Restless Generation Will Change Their Country and the World
  • Autor: Zak Dytchwald
  • Veröffentlichung: 13.02.2018
  • Verlag: St. Martin’s Press
  • ISBN: 978-1250078810
  • Preis: 22,32 €

Motivation:

Für meine Buchvorstellung habe ich nach einem Buch gesucht, dass die Kultur der chinesischen Millennials porträtiert. Auf der Suche mit den Schlüsselwörtern „young“ und „China“ bin ich recht schnell auf das Buch Young China von Zak Dytchwald gestoßen. Aufgrund des Klappentextes, der erst einige Monate zurückliegenden Veröffentlichung und der sehr guten Bewertungen habe ich das Buch für meine Buchpräsentation ausgewählt.

Über den Autoren:

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Zak Dytchwald studierte an der Columbia Universty. Im Alter von 20 Jahren ist er zunächst im Rahmen eines Austauschprogramms nach China gereist. Nach seinem Universitätsabschluss zog er für vier Jahre nach China. Dort angekommen vollzog er zunächst eine, von ihm selbst als mentale Diät bezeichnete, Lernmethode durch, durch die er es in den vier Jahren geschafft hat Mandarin fließend zu beherrschen. Der Kern dieser Methode ist, dass jegliche Konversation nur noch in Chinesisch geführt wird. In den vier Jahren tauscht er sich mit seinen chinesischen Mitmenschen aus und sammelt viele Erfahrungen auf diversen Reisen.

Nach den vier Jahren zieht er zurück nach New York und gründet ein Thinktank und Beratungshaus mit dem Fokus „young China“. Noch heute verbringt er nach eigenen Angaben zwei Stunden täglich mit der Verbesserung seines Chinesischs und verbringt die Hälfte seiner Zeit in China.

Über das Buch

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Das Buch ist in zwölf Kapitel gegliedert. Die Kapitel sind zwar lose verknüpft und folgen einem roten Faden, jedoch könnte auch jedes Kapitel einzeln als Kurzgeschichte gelesen werden. Das erste Kapitel gibt eine Einleitung in das Buch. Die weiteren Kapitel porträtieren Facetten des Lebens von jungen Chinesen. Der Autor berichtet jeweils von Ereignissen, die ihm während seiner Zeit in China wiederfahren sind. Die meisten dieser Ereignisse bestehen aus Konversationen mit Chinesen. Um den Leser zu unterstützen analysiert Dytchwald die geschilderten Szenarien und verweist auf kulturelle und historische Fakten zu China. Hierbei geht er insbesondere auf die chinesische Sprache ein.

Zusammenfassung

Insgesamt gibt es vier Hauptaspekte, durch den sich die chinesischen Millennials von den älteren Chinesen unterscheiden. Der erste Aspekt ist, dass sie kosmopolitisch sind. Während die älteren Generationen in der Regel eher in China gereist sind bieten sich mittlerweile durch das Internet und einen drastisch wachsenden internationalen Tourismus in China die Möglichkeit, die ganze Welt zu erfahren.

Der zweite Aspekt wird von Dytchwald selbst als Kapitalismus bezeichnet. Während die älteren Generationen tendenziell eher von der Hand in den Mund gelebt haben, sind die Löhne und Lebensstandards soweit gestiegen, dass sich mittlerweile eine Wachsende chinesische Mittelschicht durch Geld ein komfortables Leben leisten kann. Das BIP pro Kopf ist beispielsweise innerhalb der letzten 30 Jahre von circa 200 USD auf 12.000 USD gestiegen.

Der dritte Aspekt, der einen großen Einfluss auf das Leben von jungen Chinesen hat, ist das 4-2-1 Problem. Durch die ehemalige Ein-Kind-Politik ergab sich eine Familienstruktur, in der es pro Kind zwei Eltern und vier Großeltern gibt. Diese Kinder werden auch kleine Kaiser genannt, da sie von der gesamten Familie bestmöglich auf ihr späteres Leben vorbereitet werden. Durch den starken Wettbewerb bei der Vergabe von Hochschulplätzen und auf den Arbeitsmärkten sehen sich dabei viele Chinesen gezwungen, ihre Kinder schon in sehr frühen Jahren auf das spätere Leben vorzubereiten. Die kleinen Kaiser stehen dadurch quasi permanent unter der Aufsicht von einem oder mehreren Familienmitgliedern.

Der letzte Aspekt, der die chinesischen Millennials kennzeichnet ist die Schlagfertigkeit. Die jungen Chinesen sind sich der politischen und wirtschaftlichen Macht von China bewusst und gehen davon aus, dass China seinen Einfluss weiter ausbauen wird.

Diskussion

Neben den vier Aspekten, die in der Zusammenfassung beschrieben werden, geht Dytchwald in seinem Buch auf unzählige weitere kleine und große Einflüsse auf das Leben von jungen Chinesen ein. Er beschreibt und analysiert dabei stehts, wie ein junger akademischer Amerikaner mit viel Erfahrung in China, das Leben der jungen Chinesen wahrnimmt und kann dabei stets mit interessanten und nützlichen Hintergrundinformationen argumentieren. Insgesamt schafft er es seine Inhalte auf eine sehr lebendige Art an den Leser heranzutragen. Für Leser, die sich für die Kultur von jungen Chinesen interessieren ist das Buch bestens geeignet, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Interview mit dem Autoren

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