Die Letzte Konkubine

Details zum Buch:

Titel: Die letzte Konkubine                                                                   cover
Originaltitel: The Last Concubine
Autorin: Lesley Downer
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenzahl:  642
Verlag: Bertelsmann, Random House, 1. Auflage
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-442-74037-6
Preis:  € 10,00 (Taschenbuch)

Über die Autorin:
lesley-downerBW1Leslie Downer ist eine britische Journalistin, Verfasserin von vielen Sachbüchern und Romanen und Japan-Expertin. Sie wurde 1949 in London als Tochter einer Chinesin und eines kanadischen Professors für Sinologie geboren. Aufgewachsen in dem internationalen Umfeld ihrer Eltern, studierte Sie zuerst an der Oxfort University und machte später ihren Abschluss als Master of Arts in South Asien Studies an der University of London.

Ihre große Faszination für das Land und die Kultur führte Leslie Downer 1978 nach Japan. Dort lebte sie 5 Jahre, lernte die Sprache und arbeitete als Englischdozentin an der Universität. Die japanische Kultur und besonders die alten Traditionen und Künste begeistern Downer sehr.

Zurück in England wollte Downer mehr über das alte Japan, welches sich stark von dem modernen verwestlichen Land unterscheidet, lernen und schreiben. Downer kehrte mehrere Male nach Japan zurück, lebte 6 Monate unter Geishas und absolvierte ein Teil der Ausbildung als Recherche für ihr Sachbuch „Geishas: von der Kunst, einen Kimono zu binden“.
„Die letzte Konkubine“ ist ihr erster Roman.

Motivation:

Ich habe mich für „Die Letzte Konkubine“ entscheiden, da mich besonders das traditionelle Japan interessiert. Der Roman beginnt zu einer Zeit in der Japan völlig von Einflüssen aus dem Ausland, mit wenigen Ausnahmen, abgeschottet ist. Das Tokugawa-Shogunat hatte Japan zu einer Friedensperiode von über 260 Jahren geführt. Besonders der Übergang von dieser Edo-Periode zur Widereinsetzung des Kaisers, der Meji-Restauration, ist eine spannende Phase der japanischen Geschichte.Mich faszinieren aber auch besonders die Beschreibungen des Frauenpalastet und den Rängen der einzelnen Damen und ihre Aufgaben. Die Stellung einer Konkubine des Shoguns war sehr bedeutsam und ehrenhaft und so Anders als unsere Vorstellungen von einer „Mätresse“.
Ich habe mich für dieses Buch entscheiden, um mehr über dieses historische Japan erfahren zu können.

Inhalt:

Der Roman „ Die Letzte Konkubine“ spielt im Japan der 1860er zum Ende der Edo-Periode.
Die 11-jährige Sachi lebt in einem kleinen Bergdorf als Adoptivtochter  der Familie des Dorfvorsitzenden. Anders, als die Bauern des Dorfes sticht sie bereits als Kind mit ihrer bleichen Hautfarbe und Schönheit heraus. Als die Schwester des Kaisers, Prinzessin Kazu, auf Ihrer Reise vom Palast in Kyoto zu Ihrem neuen Gemahl dem Shogun in Edo durch
das Dorf reist, fällt ihr Sachi sofort auf und sie entscheidet das Mädchen mit nach Edo als eine Ihrer Dienerinnen in den Frauenpalast des Shogun zu nehmen.
Fünf Jahre später hat sich Sachi an das Leben im Palast gewöhnt. Sie wurde in den Künsten der Kalligraphie, des Tanzes und des Schwertkampfes unterrichtet und lernte die strengen Umgangsformen und Traditionen des Frauenpalastes kennen. Einem Ort an dem hunderte von Frauen leben, deren einziger Zweck es ist dem Shogun zu Dienen. Unbemerkt von Sachi selbst, ist sie durch ihre Schönheit und natürliche Art dem Shogun aufgefallen. Prinzessin Kazu, die Gemahlin des Shoguns und Sachis Herrin, überreicht Sachi dem Herrscher als Geschenk und Sachi wird die „ehrenwerte Dame des Seitengemachs“, die Konkubine des Shoguns.
Sachi und der Shogun verbringen eine Nacht miteinander, bevor er loszieht um eine Schlacht gegen die rebellischen Clans aus dem Süden  anzuführen. Bevor es jedoch zu einem Kampf soweit kommen kann, wird der Shogun durch einen Giftanschlag ermordet. Da der junge Shogun, der Herr Iemochi, keinen Erben hatte wird sein Vetter Yoshinobu, der ebenfalls dem  Tokugawa Clan angehört und in Osaka verweilt zum neuen Shogun ernannt. Als der neue Shogun abdankt und seine Macht dem kürzlich ernannten jungen Kaiser überträgt, ist Prinzessin Kazu in Gefahr.
Sachis Ähnlichkeit zur Prinzessin und ihrer Pflicht dem Haus Tokugawa gegenüber führen dazu, dass sie sich als Doppelgängerin der Prinzessin ausgeben muss und aus dem Palast als Ablenkungsmanöver flieht. Sachis einzige Begleitung ist ihre langjährige Freundin und Dienstmädchen Taki.

Während Ihrer Flucht Begegnen die Frauen Ronin, ehrenlose Samurai die Ihren Clan verlassen haben, aus dem Norden, unter Ihnen ist Shinzaemon, der Sachis Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sachi und Taki erfahren, dass die Prinzessin in Sicherheit ist und können ihre Maskerade ablegen. Shinzaemon und seine Gefährten sind durch einen Eid an das Haus Tokugawa verbunden und somit verpflichtet den Damen des Hofes zu Helfen.  Zudem kämpfen Sie gegen die aufsässigen Clans aus dem Süden, welche durch Ausländer aus dem Westen unterstützt werden sollen. Die Ronin wollen die neue Ordnung nicht akzeptieren und Kämpfen für den Erhalt der Alten.

Während Ihrer Rückreise nach Edo kommen sich Sachi und Shinzaemon näher und fühlen sich zueinander hingezogen. Jedoch ist Sachi als ehmalige erste Konkubine die 2. Ehefrau des Shoguns gewesen und somit seine Witwe. Eine Liebschaft ist ihr Untersagt, besonders eine mit einem Mann der weit unter ihrem sozialen Status steht.

Zurück in dem zum Teil verwüsteten Edo müssen sich Sachi und Shinzaemon von einander trennen. Er möchte sich der Miliz anschließen und ein letzten Kampf gegen den Süden führen, sie muss zurück zum Palast des Shoguns und ihre Pflicht gegenüber der Prinzessin und dem Tokugawa Clan erfüllen.

Als Sachi und Taki im zur hälfte niedergebrannten Palast ankommen, treffen sie Prinzessin Kazu wieder, die unverletzt und sicher die ersten Aufstände in der Stadt überstanden hat. Zudem erfährt Sachi ihre wahre Herkunft. Sie ist die Tochter einer Konkubine des ehemaligen  Shoguns, dem Großvater von Herrn Iemochi, und einem Kaufmann aus Edo mit dem sie eine Affäre hatte. Nach Sachis heimlicher Geburt wurde ihre Mutter von ihrer Familie ermordet, um die Familienehre wieder herzustellen. Sachis Vater floh mit ihr zu einem Bergdorf, in dem er entfernte Verwandte hatte, Sachis Adoptiveltern.

Trotz letzter Wiederstände der Miliz, können die Clans aus dem Süden die Schlacht für sich gewinnen und Edo einnehmen. In all dem Chaos trifft Sachi auf Ihren Vater Daisuké, der sich dem Süden angeschlossen hat und ein wichtiger Mann geworden ist. Shinzaemon überlebte die Schlacht ohne Schaden zu nehmen.

Nach der Schlacht wird Edo in Tokyo (östliche Hauptstadt) umbenannt und zum Sitz des Kaisers ernannt. Der Umbruch der in der Gesellschaft stattfindet und die hohe Toleranz ihres Vaters führen dazu, dass Sachi und Shinzaemon zum Ende des
Romans heiraten und ein glückliches Leben führen können.

Fazit:

Leslie Downer schafft es von Anfang an einen stimmungsvoll in das alte Japan zu versetzten. Das Benehmen der Protagonisten wirkt sehr authentisch. Besonders der geschickte Einsatz von japanischen Gedichten in japanisch und deutsch an
einigen Stellen im Buch unterstreicht die Handlung perfekt. Der Schreibstil der Autorin ist angenehmen zu lesen, wenn auch manchmal sehr blumig und romantisch angehaucht. Obwohl im Allgemeinen die Handlung der glaubhaft herüberkommt und durchweg spannend ist, so fällt doch das Ende des Buches sehr kitschig aus.

Dennoch ist „Die Letzte Konkubine“ ein gelungenes Buch, welches einem einen Guten Eindruck vom historischen Japan und den Zeiten des Umbruchs verschafft.

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50 Responses to Die Letzte Konkubine

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  48. warneckec says:

    Hallo Jennifer-Ann,

    deine Rezension verspricht ein fulminantes Abenteuer mit – wie Maria so schön sagt – “allem was das Herz begehrt, Liebe, Leidenschaft […] etc”. Der historische Roman den du gewählt hast spielt im Japan der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der so gekannten Meiji Restauration, und somit einer Zeit der großen Umbrüche. Im Spannungsfeld von Tradition und Moderne wächst Sachi auf. Mit deiner Rezension gelingt es dir, mich als Leser für das Schicksal von Sachi zu begeistern und zu faszinieren.

    Die Schilderungen der Rituale sowie des allgemeinen Lebens im Frauenpalast und die damit gegebenen Einblicke in eine völlig fremde Zeit empfinde ich als äußerst spannend. Man merkt deiner Erzählung an, dass sowohl du, als auch die Autorin von der japanischen Kultur fasziniert sind. Da die Autorin, wie du berichtest, selbst lange Zeit in Japan gelebt hat und sich sogar der Ausbildung zur Geisha gewidmet hat, erscheint die Erzählung noch glaubhafter und lebhafter.

    Vor allem die Rolle der Frau, die Ränge sowie der Bedeutung des soziales Status werden von dir thematisiert. Auch wenn mir das von dir erläuterte “Happy End” etwas kitschig erscheint, sprechen mich sowohl der Roman als auch deine Rezension an und ich könnte mir gut vorstellen, den Roman ebenfalls zu lesen. Bezogen auf das Ende des Romans schließe ich mich Maria an, ich finde es ebenfalls erstaunlich, dass sämtliche Konflikte bezogen auf Gebräuche und Tradition gegen Ende scheinbar urplötzlich in Einklang gebracht werden können.

    Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, dass du mit Hilfe der Lektüre eine Möglichkeit bekommen hast, dich geschichtlich und kulturell auf dein Auslandssemester in Japan vorzubereiten!

  49. weidenkellerm says:

    Hallo Jennifer-Ann,

    ich finde deine Beschreibung der Autorin sehr faszinierend. Downer konnte durch ihren langjährigen Aufenthalt in Japan und der anschließenden Ausbildung als Geisha sicherlich ein sehr authentisches Bild der japanischen Frau während der Edo-Periode wiedergeben. Die Schilderungen vom Leben im Frauenpalast ermöglichen dem Leser tiefere Einblicke in ein fremdes Zeitalter gewährt zu bekommen.

    Deine Inhaltsangabe verspricht ein spannendes Abenteuer mit allem was das Herz begehrt: Liebe, Leidenschaft, Verrat, Intrige und Krieg. Dabei beschreibt Downer die Geschichte anscheinend so, dass die Atmosphäre des alten Japans gut vermittelt wird. Jedoch hätte ich nicht erwartet, dass das letzte Kapitel ein Happy End auf ganzer Linie beinhaltet. Es scheint, als ob sich alle Wogen glätten und dass die damals geltenden Konventionen und Vorurteile, die die gesellschaftlichen Barrieren zur Zeit der Edo-Periode darstellen, zum Schluss plötzlich nichtig werden. Wie du in deiner Rezension bereits erwähnt hast, wirkt dies ebenfalls kitschig und märchenhaft auf mich.

    Nichtsdestotrotz ist das Buch sicherlich eine gelungene Lektüre für jedermann, der einen facettenreicheren Eindruck vom historischen Japan bekommen möchte.

  50. scheibnerl says:

    Hallo jacavner,

    deine Rezension macht sehr viel Spaß darauf den Roman selbst zu lesen. Außerdem scheint der Roman eine gute Möglichkeit zu sein, sich geschichtlich und kulturell auf
    ein Auslandssemester in Japan vorzubereiten.

    Was ich sehr spannend finde ist, dass die Autorin Lesley Downer es offenbar schafft in ihrem Roman verschiedene Aspekte Japans und der Edo-Periode zu verknüpfen. Die Edo-Periode, als eine der bedeutsamsten Perioden Japans, bietet sicherlich eine Vielzahl an möglichen Themen, über welche geschrieben werden kann. Dies sieht man nicht zuletzt an der Vielzahl an Beiträgen und Büchern über die Edo-Periode (alleine 300.000 Suchergebnisse bei Google).

    Interessant finde ich auch, dass der Roman die Rolle der Frauen Japans behandelt – nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass man momentan sehr viel über die Rolle der Frau in Japan und ihren Wandel lesen kann (Stichwort demografischer Wandel, Arbeitswelt, Stellung der Familie, etc.). Aber auch Themen wie die Samurai (gottseidank gibt es dazu eine weitere Rezension), oder Ehre und Tradition geben meiner Meinung nach einen guten Eindruck darüber, welche Werte in Japan gezählt haben und auch noch heute bedeutsam sind.

    Da die Autorin, wie du schreibst, selbst eine lange Zeit in Japan gelebt hat, wirkt viele Aspekte der Erzählung glaubwürdig auf mich. Denkst du, dass du durch das Lesen einen besseren Eindruck von Japan und ein besseres Verständnis von dem Leben und der Kultur gewinnen konntest?

    Ich persönlich finde es auch sehr spannend, wie die Moderne und Tradition aufeinander treffen und von den Menschen vereint werden. Ich hoffe wir können uns ein genaueres Bild von dem Zusammenspiel vor Ort machen und freue mich schon über weitere Rezensionen japanischer Bücher.

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