Carl-Peter Buschkühle

(Universität Gießen)

DENKEN IST PLASTIK. DER ERWEITERTE PLASTIK-BEGRIFF VON JOSEPH BEUYS UND DIE KÜNSTLERISCHE BILDUNG

 

Der von ihm geprägte Begriff der ‚sozialen Plastik‘ bringt die Dimension des erweiterten Kunstbegriffs von Joseph Beuys zum Ausdruck. Gesellschaft ist ein plastischer Prozess, der von den Einzelnen als Autoren dieses Prozesses gestaltet wird. In diesem Sinne gilt der Satz: „Jeder Mensch ist ein Künstler“. Im Kern ist darin der Anspruch formuliert, jeden Menschen zum Künstler zu machen, der er ist. Beuys‘ Plastik-Begriff beinhaltet wesentlich eine Bildungsdimension. Gebildet werden soll das künstlerische Denken, welches Beuys auch als „Element 3“ bezeichnete – die Verbindung aus Intuition und Rationalität. Die Fähigkeiten, die mit der vollen Ausbildung der existentiellen Kreativität der Denkoperationen geschult werden, sind Fähigkeiten zur Lebenskunst in einer globalisierten Kultur.


CARL-PETER BUSCHKÜHLE (1957) Dr. phil., habil. Studium der Kunst, der Philosophie und der Erziehungswissenschaften in Paderborn, Wuppertal und Köln, Professor für Kunstpädagogik, 2000 – 2007 an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, seit 2007 an der Justus-Liebig-Universität Gießen; Wissenschaftliche Arbeit in den Schwerpunkten künstlerische Bildung und philosophische Ästhetik.