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Prof. Dr. Herbert Stachowiak verstorben – Kybernetiker Namensgeber des Stachowiak-Preises

Berlin-Paderborn. Die Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn trauert um Prof. Dr. Herbert Stachowiak. Wie erst kürzlich bekannt wurde, verstarb der 1921 in Berlin geborene Philosoph Anfang Juni in seiner Geburtsstadt. Von 1973 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1986 lehrte Stachowiak an der Universität Paderborn.

Stachowiak schloss sein Studium der Mathematik, Physik und Philosophie 1956 mit dem Doktorgrad der Philosophischen Fakultät der Freien Universität Berlin ab. In den fünfziger und sechziger Jahren arbeitete er als wissenschaftlicher und pädagogischer Leiter eines Abendgymnasiums. 1970 wurde er zum Honorarprofessor für Wissenschaftstheorie an der FU Berlin ernannt, 1973 erfolgte der Ruf als ordentlicher Professor für Wissenschafts- und Planungstheorie an den damaligen Fachbereich Philosophie, Religionswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften der Gesamthochschule Paderborn.

1973-77 war er von der Hochschule beurlaubt, um die Position des Direktors des Instituts für logisch-semantische Lehrstoffanalysen am Forschungs- und Entwicklungszentrum für objektivierte Lehr- und Lernverfahren (FEOLL) wahrzunehmen. Einen Ruf als Institutsdirektor des Kernforschungszentrums Karlsruhe lehnte er 1976 ab.

Von 1978 bis 1986 lehrte und forschte Sta-chowiak an der Universität - Gesamthochschule Paderborn. Schwerpunkte bildeten dabei die Modell- und Systemtheorie, die Kybernetik, die Logik, die Werttheorie sowie die Planungswissenschaften, hier insbesondere die Theorie der Bildungsplanung. In diesen Gebieten entfaltete Stachowiak eine reiche und vielfältige Publikationstheorie. Zu seinen heute noch maßgeblichen Standardwerken gehören u. a. „Denken und Erkennen im kybernetischen Modell“, „Allgemeine Modelltheorie“, „Technologie und Zukunftssicherung“ oder „Systematischer Neopragmatismus“ (1996). Das von ihm herausgegebene, fünfbändige Handbuch „Pragmatik“ (1986-1996) erregte Aufsehen über den engeren Kreis der Fachwissenschaft hinaus.

Stachowiak wirkte über den engeren Kreis einer akademischen Disziplin hinaus. Nach dem Krieg war er als Kulturreferent Mitglied des ersten Studentenrates der späteren Humboldt Universität. Er wirkte als Mitbegründer und langjähriges Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Funkuniversität des RIAS in Berlin. Als Mitglied der „Gesellschaft für Verantwortung in den Wissenschaften“ brachte er sich in Fragen der Nachhaltigkeit, der Ethik in den Wissenschaften und der verantwortungsvollen Nutzung neuer Technologien ein. Stachowiak gilt als einer der Väter der Kybernetik. 1999 erhielt er den Preis für Gesellschafts- und Organisationskybernetik, Philosophie und Geschichte der Kybernetik, der seither als „Stachowiak-Preis“ firmiert.

Kontakt: Dr. Thomas Reuther, Geschäftsführer
Fakultät für Kulturwissenschaften
Tel.: 05251-60-3828, E-Mail: reuther@fakkw.upb.de

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