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09.07.2003

Universität Paderborn verleiht am 15.7. erstmals „Margarete-Schrader-Preis für Literatur“: 8.000 € an Schriftsteller Hans-Ulrich Treichel, Leipzig

Am Dienstag, 15.7.2003 findet um 18.30 Uhr in der Studiobühne der Universität Paderborn die erste Verleihung des „Margarete-Schrader-Preis für Literatur“ der Hochschule statt. Preisträger ist der Schriftsteller Hans-Ulrich Treichel aus Leipzig.

Nach der Begrüßung durch Rektor Prof. Dr. Wolfgang Weber hält der Paderborner Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Hartmut Steinecke die Laudatio. Anschließend folgen eine Ansprache sowie eine Lesung des Preisträgers. Musikalische Darbietungen runden das Programm ab.

Die Paderborner Schriftstellerin Margarete Schrader (1914-2001) hat der Universität ihrer Heimatstadt testamentarisch einen Teil ihres Vermögens vermacht. Beeindruckt von den vielfältigen Aktivitäten des Faches „Neuere deutsche Literaturwissenschaft“ – wie der „Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ und dem „Jenny-Aloni-Archiv“ – hat sie diese Mittel zur Förderung der Literatur an der Universität und durch die Universität bestimmt. Im Mittelpunkt steht dabei ein nach der Stifterin benannter Literaturpreis.

Eine Kommission und Jury unter dem Vorsitz von Hartmut Steinecke hat die Modalitäten der Preisvergabe, deren Rahmenbedingungen durch das Testament gesetzt wurden, festgelegt. Der Preis ist für Schriftstellerinnen und Schriftsteller bestimmt, die in Westfalen geboren wurden und/oder eine für ihre Entwicklung prägende Phase in dieser Region verbracht haben. Der Preis wird erstmals 2003, danach in dreijährigem Rhythmus vergeben. Die Preishöhe beträgt 8.000 Euro, damit ist der „Margarete-Schrader-Preis für Literatur“ nach dem „Großen Westfälischen Literaturpreis (Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis)“ der zweithöchst dotierte Preis mit einem Bezug auf Westfalen.

Als erster Preisträger wurde von der Jury Hans-Ulrich Treichel nominiert. Der 1952 in Versmold geborene Autor, der heute in Berlin und Leipzig lebt, war bereits zweimal – zuletzt 2001 – Gast in der Paderborner Reihe „Deutsche Literatur der Gegenwart“. Treichel wurde zuerst als Lyriker bekannt – von 1979 bis 1994 erschienen fünf Gedichtbände, darunter „Liebe Not“, „Seit Tagen kein Wunder“, „Der einzige Gast“ – sowie eine umfangreiche Auswahl unter dem Titel „Gespräch unter Bäumen“ 2002.

In meist dichten, verknappten Versen erwies er sich als formbewusster Artist, der mit Reimen und Ambivalenzen spielt, der Ironie und Melancholie bevorzugt. 1992 und 1996 erschienen zwei Prosabände Von Leib und Seele sowie Heimatkunde. Romane der jüngsten Zeit sind „Der Verlorene“ (1998), „Tristanakkord“ (2000) und „Der irdische Amor“ (2002). In der Form autobiographischer Texte werden Erlebnisse aus Kindheit und Jugend, aus dem Studium und von Reisen erzählt, häufig Alltagskatastrophen, in die der Held zielsicher hineinstolpert, komisch und satirisch, gelegentlich zynisch beschrieben.

Auch die eigene Herkunft aus Westfalen wird in dieser Weise in liebevollem Hass oder in ironisch gebrochener Liebe häufiger Gegenstand seiner Erzählungen. Treichel bewältigt scheinbar mühelos den Spagat zwischen Wissenschaft und Poesie: Er habilitierte 1993 mit einer Arbeit über Literatur und Poetik der Moderne (Auslöschungsverfahren, 1995); als Professor für Germanistik ist er seit 1995 Leiter des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. Treichels Frankfurter Poetik-Vorlesungen wurden unter dem Titel „Der Entwurf des Autors“ (2000) veröffentlicht. Alle Werke Hans-Ulrich Treichels sind im Suhrkamp Verlag Frankfurt erschienen.

Foto: Schriftsteller Hans-Ulrich Treichel aus Leipzig

Großfoto: TREICHEL.JPG (1145 KB)

Kontakt: Dr. Günter Tiggesbäumker, Universität Paderborn
Fakultät für Kulturwissenschaften, Tel.: 05251-60-3093, E-Mail: tigges@hrz.upb.de

 
Letzte Änderung: 9. Juli 2003