Die neue Studie gibt u. a. Auskunft über das Mediennutzungsverhalten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit dem “Netz” aufgewachsen sind. Es zeigt sich, dass das Internet zu einem selbstverständlichem Teil der Lebenswelt geworden ist. Als Konsequenz daraus lässt sich ableiten, dass auch Bildung dieses Selbstverständnis nicht ignorieren darf, d. h. didaktische Überlegungen zur Integration von eMedien haben eine hohe Bedeutung. Dazu gehört gleichermaßen eine Professionalisierung von Lehrkräften, um die vorhandenen Potentiale ausschöpfen zu können:

Der HorizonReport 2010 sagt voraus, dass in den kommenden 4-5 Jahren “gesture based computing” auch seinen Weg in Bildungsmaßnahmen finden wird. Die Idee ist keineswegs neu, populärstes Beispiel ist wohl die Spielkonsole Wii, die unter anderem durch ihren Standardcontroller ein neues, intuitives Bedienkonzept massenfähig umgesetzt hat:

Gesture-based computing is already strong in the consumer market and we are seeing a growing number of prototypical applications for training, research, and study, though this technology is still some time away from common educational use. Devices that are controlled by natural movements of the finger, hand, arm, and body are becoming more common. Game companies in particular are exploring the potential offered by consoles that require no handheld controller, but instead recognize and interpret body motions. As we work with devices that react to us instead of requiring us to learn to work with them, our understanding of what it means to interact with computers is beginning to change.” (Johnson, L., Levine, A., Smith, R., & Stone, S. (2010). The 2010 Horizon Report. S. 6 f.)

Ein kreativer Kopf hat das bereits Ende 2007 zum ersten Mal umgesetzt, und zwar mit einer low-budget-Lösung. Johnny Lee schloss via USB und selbst erstelltem Treiber sowie passender Software den Wii-Controller am Windows-Rechner an. Dieser  dient als statischer Empfäger Licht aus Infrarot-LED´s. Die LED´s werden am Körper mitgeführt (z. B. als Stift oder an der Brille) und geben eine relative Position zur Wii an. Diese sendet die Position an den Computer, der berechnet wiederum das angezeigte Bild neu und die grafische Projektion wird verändert. Wem die LED´s zu auffällig sind, klebt sich einfach kleine Reflektoren an die Fingerkuppen und kann dann auch problemlos mitten im Raum stehen und das LED-Licht via Reflektor zur Wii schicken. Was das für Möglichkeiten mit sich bringt, zeigte seine Vorstellung auf der TED-Konferenz (weitere Videos hier):

(Noch) keine low-budget-Variante stellt die Lösung des Projekts g-speak von John Underkoffler dar, wobei hier im Unterschied zur Wii-Lösung mit Hi-Tech-Handschuhen und gleich mehrere Bildschirme und darin befindliche Elemente im Stile von “Minority Report” bewegt und gestaltet werden können.

Doch Medien alleine stellen bekanntlich noch keine gute Mediendidaktik dar. Selbstverständlich sind auch hier zahlreiche didaktische Potentiale vorhanden, die es aber noch zu entdecken und zu etablieren gilt. An dieser Stelle ist zu fragen, ob Lehrer für derartige Innovationen offen bzw. bereit sind? Es gibt bereits einige, die sich daran probieren und darüber austauschen, ohne an dieser Stelle bereits Aussagen zu der didaktischen Qualität der diskutierten Lösungsansätze äußern zu wollen.

Dass ausgerechnet die “Johnny-Lee-Whiteboard”-Lösung von Lee stark diskutiert wird ist vor dem Hintergrund chronischer Geldknappheit in weiten Teilen des Bildungssektors nicht verwunderlich. Diese 40-50 Euro-Lösung wird wohl nicht ohne Grund unter dem Titel des “Schwabenboards” geführt. Und es bietet, im Gegensatz zum Marktführer für interaktive Witheboards (SMART technologies) bei entsprecheder Konfiguration sogar multitouch. Hier bleibt dann noch fraglich, wann auch Computer-Applikationen derartige Steuerungsmöglichkeiten massentauglich und für die Bildung sinnvoll machen. Neuere Betriebssysteme wie Windows 7 bieten hierfür zumindest die entsprechenden Programmierschnittstellen. Es bleibt spannend!

P.S.: Die Software für die Wii-Lösung gibt es kostenfrei zum Download.

Das Paderborner cevet - Professional Learning and Career Development am interdisziplinären Kompetenzzentrum für Berufsbildungsforschung in Europa / Marc Beutner ; Marcel Gebbe ; H.-Hugo Kremer ; Peter F.E. Sloane. - Literaturangaben. In: Kölner Zeitschrift für Wirtschaft und Pädagogik : WP. - 24 (2009), H. 46, S. 51-62

“Das Paderborner cevet - centre for vocational education and training versteht sich als interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Berufsbildung. Es versammelt Forscher aus der Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre und Psychologie mit dem Ziel, den interdisziplinären Gedanken von Forschung in der Berufsbildung zu stärken. Cevet beschäftigt sich mit Fragen der Kompetenzdiagnose und -entwicklung, der Steuerung von beruflichen Bildungssystemen, Wirkungen beruflicher Bildung auf das Wirtschaftssystem sowie der Entwicklung und Evaluation von betrieblichen und schulischen Bildungsmaßnahmen. Interdisziplinarität und Netzwerkarbeit werden mit einem hohen Interesse an berufsbezogenen Fragen der Gegenwart und Zukunft verknüpft. Der Beitrag skizziert die Zielsetzung und Ausrichtung von cevet, stellt aktuelle Forschungsfelder vor und gibt einen Ausblick auf zukünftige Tätigkeiten.” (BIBB-Doku)

Spannend und gut umgesetzt von Banyak Films: 60 Minuten zum Nachdenken, welchen Einfluss kollaborative Medien auf die Entwicklung unserer Gesellschaft haben können.

Entweder in HD (englisch) oder einen gewünschten Untertitel (z. B. German) unterhalb des Videos aussuchen und direkt abspielen. Viel Spass!

Digital Photography Review hat jetzt die neue Canon EOS 7D unter die Lupe genommen und auch mit anderen Kameras der gleichen Liga (Nikon D300s, Pentax K-7) verglichen. Der umfangreiche Test kommt zu einer Empfehlung pro D7.

Details siehe http://www.dpreview.com/reviews/canoneos7d/page30.asp

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(c) Marcel Gebbe 2007