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"Handeln! - Wonach?"

Die duale Ausbildung soll nicht willkürlich verlaufen, sondern die/den Auszubildende/n aktuell und zukünftig geforderte Kompetenzen in betrieblichen und schulischen Lernprozessen erwerben lassen. Die Forderung an Sie zu "Handeln!" bringt die Frage "Wonach soll ich handeln?" mit sich. Aus diesem Grund existieren für jeden Ausbildungsberuf speziell für die beiden Lernorte entwickelte Ordnungsgrundlagen. Diese dienen Ihnen als Rahmen für Ihre Arbeit und zur Orientierung. Innerhalb dieses Rahmens bieten sich zahlreichen Gestaltungsspielräume, die Sie nutzen sollten. Dafür ist es aber notwendig, dass Sie eben diese Rahmenbedingungen kennen. Darauf aufbauend können Sie Ihre regionalen und betrieblichen bzw. schulischen Gegebenheiten flexibel und kreativ nutzen und somit die Grundlage für eine gute Ausbildung schaffen.

Die duale Ausbildung

Sehen Sie den Betrieb als den vereinseigenen Trainingsplatz und die Schule als Trainingslager, dann wird eines deutlich: Eine Abstimmung beider Lernorte ist nicht nur sinnvoll, sondern notwendig! Nur so können gemeinsam Schwerpunkte gesetzt und das Lernen an beiden Orten aufeinander » abgestimmt werden.

Die Ausbildung innerhalb der einzelnen Berufe soll bundesweit vergleichbar sein und zudem qualitativen Mindestansprüchen genügen. Den Rahmen hierfür schaffen die bereits genannten Curricula - die Spielregeln für die Ausbildungsgestaltung. Auf Grund der sich » ständig verändernden Welt wurden die für Betriebe geltenden » Ausbildungsordnungen und die für Schulen geltenden » Rahmenlehrpläne vielfach neu aufgelegt. Sie geben den Ausbildungen eine gewisse Ordnung, bieten aber zahlreiche Freiräume, um regionale Bedürfnisse der Betriebe ebenso berücksichtigen zu können wie die individuellen Bedürfnisse der Lernenden. Aufgabe der Betriebe und Schulen ist es, diese Freiheiten aktiv zu gestalten!

Die folgende Grafik veranschaulicht, dass die » Ordnungsgrundlagen für Betriebe und Schulen, die » Ausbildungsordnungen und » Rahmenlehrpläne gewissen Prinzipien folgen. Zugleich gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die eine Abstimmung zwischen den Lernorten bedürfen.


Lernort Betrieb vs. Schule

Betriebe - Lernen durch Handeln  Schulen - Handeln lernen 
Betriebe stehen im Regelfall in einem marktwirtschaftlichen Wettbewerb. Sie sind aufgefordert, Ihren Betrieb und Ihre Auszubildenden in diesem Wettbewerb zu unterstützen. Selbstverständlich müssen die Auszubildenden erst in ihren Beruf hineinwachsen, um sich mittel- und langfristig in den Betrieben produktiv einbringen zu können. Um einen Beruf beherrschen zu können, ist ein ständiges Lernen am Arbeitsplatz unabdingbar. Aus diesem Grund sind die unterschiedlichen Arbeitsprozesse, die ein Beruf erfordert, ganz bewusst für das Lernen der Auszubildende zu nutzen. Verstehen Sie die Ausbildungssituation als "Trainingplatz" - üben Sie gezielt unterschiedliche Strategien sowie Techniken und besprechen Sie mit Ihren Auszubildenden die geleistete Arbeit. Denken Sie daran, dass ein/e motivierte/r Auszubildende/r leistungsfähiger ist als ein/e demoralisierte/r. Sie als Betriebsvertreter stehen in der Pflicht, dem/der Auszubildenden die Möglichkeit zu bieten, schrittweise die Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse zu erarbeiten, die notwendig sind um im Beruf relevante Arbeitsprozesse selbstständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren. Am Ende der Ausbildung sollte er/die dann für den Wettbewerb gewappnet sein.   Schulen verfügen über andere Rahmenbedingungen als Betriebe. Das klassisch im Vordergrund stehende "schulische Lernen" soll auch in betrieblichen Arbeitsprozessen genutzt werden können. Wenn es gelingt, dass Schulen berufliche Handlungskompetenzen vermitteln, ist diese Forderung erfüllt. Sie sind aufgefordert, das praktische Handeln mit Kompetenzen zu untermauern. Simulieren Sie authentische Herausforderungen, geben Sie dem/der Lernenden Orientierungspunkte, lassen Sie den/die SchülerIn begründete Problemlösungen für die bevorstehende Herausforderung erarbeiten, übertragen Sie jedem/jeder Einzelnen eine (möglicherweise auch unterschiedliche) Verantwortung für gemeinschaftlich zu lösende Aufgaben. Achten Sie darauf, dass die Schüler nicht nur fachliches Wissen erlernen, sondern auch soziale Kompetenzen in der Gruppe beweisen müssen und lernen ihr eigenes Handeln zu überdenken.