Von dicken Kartoffeln, Lametta und einem neuen Gottesbild

2011-11-13 Das vergangene Wochenende war kein gewöhnliches Wochenende, und das gleich aus zweierlei Gründen: Es wurde nicht nur die feucht-fröhliche fünfte Jahreszeit eingeläutet, sondern auch die feucht-fröhlichere neue Debattiersaison.

Der Mainzer Debattierclub Johannes Gutenberg hatte wie schon im Jahr 2010 die Ehre, das Auftaktturnier der Saison auszurichten. Wenn der traditionsreiche Mainzer Gutenberg-Cup mit Spaßthemen und umso spaßigeren Spaßdebatten ruft, lassen sich die Paderborner Debattierter natürlich nicht zweimal bitten: Das DSP-Team bestehend aus Alexander Schremmer als Juror und Sarah-Maria Humburg, Peter Rohde und Linda Englisch als Rednern machte sich schon am 11. November auf in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt. Dort wurden sie von ihrer tollen Mainzer „Schlafgelegenheit“ empfangen, die mit ihrer Gastfreundschaft wesentlich zu einem gelungenen Debattierwochenende beitrug.

Am Samstag begannen dann die Vorrunden, in denen sich die 15 teilnehmenden Teams wichtigen Fragen unserer Zeit zuwendeten: Sollte Schneewittchen mit den sieben Zwergen statt mit dem Prinzen durchbrennen? Sollten die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln ernten? Brauchen wir eine Grüne Armee Fraktion (GAF)? Zwar hatte das Paderborner Team der Konkurrenz mit seinem vielsagenden Teamnamen („Gefährliches Halbwissen“) bereits von Anfang an gezeigt, dass mit ihm nur bedingt zu spaßen ist, dennoch reichte es leider nicht für das Halbfinale.

Zufrieden waren die Paderborner trotzdem: So konnten sie entspannt die abendliche Party genießen und sich mit noch mehr Ruhe die Halbfinals und das große Finale anschauen. Einen besonderen Erfolg feierte Peter Rohde: Als Australier konnte er sich nach den Vorrunden stolz als „better German debater and funnier German stand-up comedian than at least three Germans“ bezeichnen. Bei den sonntäglichen Halbfinals, überzeugten das Mainzer Team „Two and a half Narren“ und das Team Freiburger Burgfreilein beim Thema „Früher war mehr Lametta.“ – auch wenn die vom Publikum sehnlichst erhoffte Loriot-Zitate-Schlacht leider ausblieb.

Im Finale bekehrte das Mainzer Team mit Erfolg und Kreativität das Publikum, als es hieß „Gott ist eine Frau.“ Für besonders viel Spaß sorgten während der Debatte die freien Redner, insbesondere Robert Epple aus Frankfurt, der als bester Redner des Finales sowohl das Publikum als auch die Jury um die Chefjuroren Sarah Kempf und Torsten Rössing in seinen Bann zog. Das Paderborner Team schloss das Wochenende mit einer Besichtigung der Stadt Mainz – oder auch der Stadt, in der jede Buchhandlung Gutenberg-Buchhandlung heißt – und sagt DANKE an Clemens Fucker, Andrea Gau und Willy Witthaut für die tolle Organisation!

(Linda Englisch)