Samstag 15. Mai 2010 von Beutner - Cevet
Hallo liebe Blog-Leser und Teilnehmer,
im Rahmen von Inlab bin ich jetzt mit Blick auf unsere Arbeitsgruppe bereits mehrfach von Außenstehenden gefragt worden, wo der Unterschied zwischen Mentoring und Coaching zu sehen sei. Hier daher der Versuch einer Annäherung, damit wir auf gleichem Stand bleiben:
Mentoring kann als Tätigkeit definiert werden. Es handelt sich um eine Tätigkeit der Erfahrungsweitergabe, die in Bezug auf eine oder mehrere andere Personen ausgeübt wird und hat daher Ähnlichkeiten mit Coaching.
Beim Mentoring gibt eine in der Regel erfahrenen Person, die Mentorin oder der Mentor, ihre Erfahrungen in Form von Wissen und/oder ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Einschätzungen an eine noch unerfahrene Person, den Mentee weiter.
Ziel ist es dabei in der Regel diese Person in ihrer persönlichen und / oder beruflichen Entwicklung zu fördern. Beim Mentoring wird zumeist eine neutrale Position eingenommen.
Demgegenüber übernimmt beim Coaching der Coach keine neutrale Position gegenüber der zu beratenden Person ein, sondern zeichnet sich durch besonderes Engagement aus. Es handelt sich um professionelle Beratung während Mentoring bisweilen den Charakter einer Patenschaft bekommt. Coaching fokussiert zudem primär berufliche Anliegen und Anforderungen.
Wie sagt ein nettes Sprichwort zu diesem Thema:
A Coach helps somebody do what they already know is the right thing to do.
A Mentor helps to determine the right thing to do!
Wie gesagt, es handelt sich um eine erste Annäherung. Bei der genaueren Auseinandersetzung hilft die Literatur, da in der Praxis die Grenzen bisweilen verschwimmen. Hier einige Literaturanregungen (Sammlung unvollständig und ohne Gewichtung zu Anregungszwecken):
Mentoring
Arhén, Gunilla (1992): Mentoring in Unternehmen. Partnerschaft zur erfolgreichen Weiterentwicklung. Landberg 1992.
Burda, Arne; Kremer, H.-Hugo und Pferdt, Frederik G. (2007): Mentoring-Modell Paderborn (MeMoPad) – Konzept und erste Erfahrungen. Zeitschrift für Hochschulentwicklung – ZFHE, 2(4), 79-95.
Bausch, Vera (2007):Supervision in Mentoringprogrammen. Eine empirische Studie. Hamburg 2007.
Barzantny, Anke (2008): Mentoring-Programme für Frauen. Maßnahmen zu Strukturveränderungen in der Wissenschaft? Eine figurationssoziologische Untersuchung zur akademischen Medizin, 1. Aufl. Wiesbaden 2008.
Coutu, Diane (2001): Der alte Profi bekommt einen Jüngeren zum Mentor – eine Fallstudie. In: Harvard Manager. Heft 3. S. 65-77.
Dolff, Margarete / Hansen, Katrin (2002): Mentoring: Internationale Erfahrungen und aktuelle Ansätze in der Praxis. Düsseldorf 2002.
Franzke, Astrid; Gotzmann, Helga (Hrsg.): Mentoring als Wettbewerbsfaktor für Hochschulen – Strukturelle Ansätze der Implementierung. 2006.
Haasen, Neele (2001): Mentoring. Persönliche Karriereförderung als Erfolgskonzept. Heyne, München 2001.
Johnson, W. und Ridley, C. (2008): The Elements of Mentoring, Palgrave 2008.
Meyerhofer, Ursula (2004): Die Mentoring Werkstatt an der Universität Zürich 2000-2004. Erfahrungen und Empfehlungen. Broschüre. Zürich 2004.
Niemeier, Moritz (2009): Mentoring als Instrument der Personalentwicklung. Die Mentor Ausbildung im Blickpunkt, 1. Aufl. Hamburg 2009.
Peters, Sibylle (2006): Flankierende Personalentwicklung durch Mentoring.; 2. Aufl. Hampp, Mering 2006.
Prinz, Tanja (2006): Mentoring als Karrierestrategie. Barrieren überwinden – Erfolg aufbauen – Karriere planen. Saarbrücken 2006.
Ragin, B., Kram, K. (2007): The Handbook of Mentoring at Work: Theory, Research, and Practice, Sage Publications 2007.
Richert, Vera (2007): Mentoring und lebenslanges Lernen. Individuelles Wissensmanagement im Informationszeitalter. Müller, Saarbrücken 2006.
Schell-Kiehl, Ines (2007): Mentoring: Lernen aus Erfahrung? Biografisches Lernen im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Bielefeld 2007.
Weber, Peter: Business-Mentoring. Manager als interne Berater in turbulenten Zeiten. Ein Praxisleitfaden für Mentoren, Mentees und Personalentwickler. Maori, Herdecke 2004.
Wingels, Rebecca: Diversity Mentoring. Unterschiede erkennen, die einen Unterschied machen. In: Iris Koall (Hrsg.): Diversity outlooks. Managing diversity zwischen Ethik, Profit und Antidiskriminierung. LIT, Münster 2007.
Winsen, Christa van (1999): High Potentials. Wie komme ich in die Führungsauswahl? Mentoring und Coach-ing. Regensburg/Düsseldorf.
Coaching
Abdul-Hussain, Surur & Baig, Samira (Hrsg.) (2009). Diversity in Supervision, Coaching und Beratung. Wien: Facultas.
Backhausen, Wilhelm / Thommen, Jean-Paul (2004): Coaching. Gabal 2004.
Bayer, Hermann (1996). Aufbau von Coaching-Kompetenz im Betrieb. Gablers Magazin, 2, S. 36–38.
Bertram, Mechthild / Weissbach, Barbara (1999). Team-Coaching – eine eigene und eine gemeinsame Gangart finden. Organisationsentwicklung, 18 (2), S. 50–61.
Birgmeier, Bernd R. (2006a): Coaching: Methode der Sozialen Arbeit oder eine eigenständige Profession? In: Soziale Arbeit, 55. Jg., Heft 6, S. 208–215.
Birgmeier, Bernd R. (2006b): Coaching – Alter Wein in neuen Schläuchen? Zur Nähe von Coaching und Supervision. In: Soziale Arbeit, 55. Jg., Heft 10, S. 375–381.
Jansen, Anne et al. (2006): Erfolgreiches Coaching; Asanger 2004.
Lippmann, Eric D. (2006): Coaching. Angewandte Psychologie für die Beratungspraxis; Springer 2006.
Martens-Schmid, Karin: Coaching als Beratungssystem; Economica 2003.
Schmitz-Buhl, Mario: Coaching mit Supervision: Kompetenzen nutzen, Synergien fördern; Decker 2005.
Tomaschek, Nino (2003): Systemisches Coaching; Facultas 2003.
Wildt, Johannes et al. (Hrsg.) (2006): Consulting, Coaching, Supervision; Bertelsmann 2006.
Viele Grüße
Marc Beutner