Redoxreaktionen in saurer Lösung Beispiel 1:
Setzt man in saurer Lösung Jodid mit Permanganat um, so werden Jod und Mangan(II)-Ionen gebildet:
1. Mit Hilfe der Oxidationszahlen wird ermittelt, welche Teilchen oxidiert, welche reduziert werden:
Die Veränderung der Oxidationszahlen gibt die Zahl der ausgetauschten Elektronen an. Vorher trennt man die
Reaktion in Halbreaktionen, die jeweis den Oxidations- und den Reduktionsanteil beschreiben:
2. Im zweiten Schritt wird die Zahl der bei den Halbreaktionen übergehenden Elektronen festgelegt:
3. Im dritten Schritt muß die Stoffbilanz bezüglich gebundenen Wasserstoffs und Sauerstoffs ausgeglichen
werden:
In wäßriger Lösung kann hierzu keinesfalls O2- dienen, denn letzteres
setzt sich in Wasser vollständig nach O2- + H2O
2 OH-
um. Oxidionen treten aber durchaus in oxidischen Schmelzen auf.) In saurer Lösung
stehen H2O
und H+, in alkalischer
Lösung stehen H2O und OH-
zur Verfügung.
4. Die Zahl der abgegebenen Elektronen muß gleich der Zahl der aufgenommenen sein. Die erste Gleichung
wird mit 2, die zweite mit 5 multipliziert.
5. Die Teilgleichungen werden addiert. Dabei entfallen die Elektronen. Oft vereinfacht sich die Gleichung dadurch,
daß sich Reaktionspartner wie H+, OH- oder
H20 teilweise herauskürzen, Es ist zweckmäßig, an dieser Stelle
die linke und rechte Seite der Gleichung auf Übereinstimmung der Ladungssummen (Ladungsbilanz) und im Hinblick
auf die Stoffbilanz zu kontrollieren.
6. In der Gleichung sind nur die reagierenden Teilchen aufgeführt. Jodid wird aber z.B. als Kaliumjodid, Permanganat
als Kaliumpermanganganat und die Säure als Schwefelsäure eingesetzt. Aus der Redoxgleichung in Ionenform
wird die Bruttogleichung, indem man statt Ionen Verbindungen einsetzt.
Beispiel 2:
Bei der Auflösung von Kupfer in Salpetersäure geht Kupfer als Cu2+ in
Lösung; gleichzeitig entsteht Stickstoffdioxid.