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Albert Einstein 1879-1955 |
E = m . c2
(m = Masse, E = Energie, c = Lichtgeschwindigkeit)
Die Masse z.B. eines 4He-Kernes müßte sich aus der Summe der Massen zweier Protonen und zweier Neutronen zusammensetzen:
| 2 . mp = |
2 . 1,67265 . 10-24 g = |
3,34530 . 10-24 g |
| 2 . mn = |
2 . 1,67495 . 10-24 g = |
3,34990 . 10-24 g |
|
|
||
|
|
m2p+2n = |
6,69520 . 10-24 g |
|
|
||
Sehr genaue Massebestimmungen haben aber ergeben, daß die Masse des Heliumkerns
m(4He) = 6,6448 . 10-24 g
beträgt. Die Masse des 4Heliumkerns ist also um 0,0504 . 10-24 g geringer als die Summe der Massen seiner Kernbausteine. Diese Massendifferenz (Massendefekt)
kommt dadurch zustande, daß beim Zusammenschluß von Protonen und Neutronen zum einem Kern ein kleiner
Teil ihrer Masse in Energie umgewandelt wird. Diese Energie wird in Form von energiereicher Strahlung (
-Quanten) frei und tritt auch in Form von Bewegungsenergie
des betreffenden Kerns auf.
Will man einen solchen Kern wieder in seine Kernbausteine zerlegen, muß genau diese Energie wieder aufgewendet werden. Die Energie wird daher Kernbindungsenergie genannt. Der Massendefekt entspricht also über die EINSTEINsche Beziehung genau der Bindungsenergie des Kerns.

Je größer bei der Kernbildung nun der Messendefekt ist, desto größer ist auch seine Bindungsenergie.
In den unterschiedlichen Nukliden ist die Bindungsenergie pro Nukleon verschieden groß. Eine Übersicht gibt die folgende Tabelle:
|
Nuklid |
Gesmtbindungsenergie |
mittlere Bindungsenergie |
|---|---|---|
|
2H |
2,225 |
1,113 |
|
3He |
7,7118 |
2,573 |
|
4He |
28,296 |
7,074 |
|
7Li |
39,244 |
5,606 |
|
7Li |
39,244 |
5,606 |
|
16O |
127,620 |
7,976 |
|
35Cl |
298,200 |
8,520 |
|
57Fe |
499,900 |
8,770 |
|
107Ag |
915,387 |
8,555 |
|
176Lu |
1418,400 |
8,059 |
|
208Pb |
1636,455 |
7,868 |
|
225U |
1783,889 |
7,591 |
Wenn wir die mittlere Bindungsenergie pro Nukleon auftragen gegen die Massezahl zeigt sich, daß dieese in
den leichteren Nukiden geringer ist als in den schwereren. 4He hat unter den leichten
Kernen die außergewöhnlich hohe Bindungsenergie pro Nukleon von 7,074 MeV. Das Maximum der Bindungsenergie
pro Nukleon wird bei mittleren Massezahlen A = 40 - 100 (z.B. 57Fe, 87Kr) erreicht. Zu höheren Massezahlen fällt die Bindungsenergie pro Nukleon wieder
ab.
Dieser Tatbestand hat Konsequenzen für die Nutzung der Kernenergie, für die zwei grundsätzliche Möglichkeiten bestehen:
Bei den leichteren Kernen ist die Zahl der Neutronen etwa so groß wie die Zahl der Protonen. Hin zu den schwereren Nukliden vergroßert sich das Verhältnis N/Z.

Bei der Vergrößerung der Nukleonenzahl wird auch eine Vergrößerung der Kernkräfte erreicht, die allerdings nur zwischen unmittelbar benachbarten Nukleonen wirksam werden. Gleichzeitig nimmt auch die Protonenzahl zu, deren abstoßende Wirkungen weitreichend sind und die zwischen allen Protonen des Kernes wirken. Durch diesen Effekt wird der Zusammenhalt zwischen den Kernteilchen wieder gelockert. Oberhalb einer bestimmten Protonenzahl sind die Kerne nicht mehr stabil. Sie versuchen, durch die Aussendung und/oder Umwandlung von Kernbausteinen in einen stabileren Zustand zu kommen. Gleichzeitig findet dabei eine Elementumwandlung statt. Diesen Sachverhalt nennt man Radioaktivität.