Dieses Gleichgewicht ist nun nicht nur in reinem Wasser, sondern in allen
wäßrigen Lösungen vorhanden. Nach dem Massenwirkungsgesetz läßt
sich somit folgende Gleichung für das Gleichgewicht formulieren:
Da die Konzentration von Wasser in verdünnten Lösungen als konstant
angesehen werden kann (55,34 mol/l), wird der Wert mit der Konstanten k
zu Kw zusammengefaßt:
Der Wert von Kw ist nur von der Temperatur abhängig und beträgt
bei bei 22°C 1E-14.
Zur Charakterisierung von verdünnten wäßrigen Lösungen hat man die
H3O+-Konzentration gewählt und verwendet als
Maßzahl dafür den negativen Exponenten ihrer Zehnerpotenz. Diese Zahl
wird als pH-Wert bezeichnet.
Der pH-Wert ist dimensionslos, denn nicht die Konzentration als physikalische
Größe kann logarithmiert werden, sondern lediglich der Zahlenwert.
In sauren Lösungen sind die pH-Werte kleiner als 7, in alkalischen liegt der
pH-Wert über 7. Bei pH = 7 ist eine Lösung neutral.
Protolysengleichgewicht im Wasser
Prüft man die Leitfähigkeit von reinem Wasser, so beobachtet man, daß
auch reinstes Wasser eine sehr geringe Leitfähigkeit besitzt. Es
sind also auch in reinem Wasser Ionen vorhanden. Sie entstehen durch
die Autoprotolyse von Wasser:
Der pH-Wert
In neutralen Lösungen sind die Konzentrationen [H3O+]
und [OH-] gleich groß (1E-7 mol/l). In sauren Lösungen überwiegt
die H3O+ - Konzentration; in alkalischen die von
OH-. Das Produkt der Konzentrationen ist jedoch konstant. Kennt man
daher eine Konzentration, so ergibt sich die andere aus der obigen Beziehung.
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Titrationskurve von Salzsäure mit 0.1 n NaOH (1) |
Titrationskurve von Essigsäure mit 0.1 n NaOH (2) |
In den Titrationskurven (1) und (2) ist der Umschlagsbereich des gewählten (Farb-) Indikators schraffiert eingezeichnet.
Die Kurve (1) zeigt die Titration einer starken Säure (HCl) mit einer starken Base (NaOH). Sie beginnt, wenn noch kein NaOH zugefügt wurde, bei pH-Wert = 1 (0.1 n HCl) und steigt zunächst nur langsam an. Dies ändert sich in der Nähe des Äquivalenzpunktes (20 ml 0.1 n NaOH zugegeben). Dort steigt der pH-Wert schlagartig an. Dies führt zum Farbumschlag der zugegebenen Indikatorl&ooml;sung (Phenolphthalein). Die weitere Zugabe der NaoH über den Äquivalenzpunktes hinaus bewirkt ein weiteres Ansteigen des pH-Wertes.
Bei Kurve (2) handelt es sich um die Titration einer schwachen Säure (Essigsäure) mit einer starken Base (NaOH). Nach Zugabe der Hälfte der zur Neutralisation erforderlichen Base (in diesem Falle 10 ml) ist ein Wendepunkt in der Titrationskurve zu erkennen. Dort gilt: pH=pKs. In diesem Zustand sind ebensoviele undissoziierte Essigsäuremoleküle in Lösung vorhanden wie Acetationen ([HAc]=[Ac-]). Diesen Bereich nennt man Pufferbereich. Aus der Kurve ist ersichtlich, daß relativ große Mengen Säurezugabe nur eine geringfügige Änderung des pH-Wertes zur Folge hat.
Die Zusammenhänge der Pufferwirkung mit der Konzentration der beteiligten Partner werden mit der HENDERSON-HASSELBALCHschen Gleichung beschrieben (Praktikum Versuch: pKs-Bestimmung, Puffer). Erst in der Nähe des Äquivalenzpunktes (20 ml 0.1 n NaOH zugegeben) steigt der pH-Wert wiederum schlagartig an und führt zum Farbumschlag der zugegebenen Indikatorlösung (Phenolphthalein). Durch eine weitere Zugabe der NaoH über den Äquivalenzpunktes hinaus steigt der pH-Wert ebenfalls weiter an.
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Titrationskurve von Oxalsäure (COOH)2 mit 0.1 n NaOH (3) |
Abbildung (3) zeigt die Titrationskurve von Oxalsäure, einer "zweibasigen" Säure (zwei abdissoziierbare Protonen) mit NaOH. Aus der Kurve sind die beiden Titrationsstufen der Protonen erkennbar. Entscheidend für korrekte Konzentrationsbestimmungen ist die richtige Wahl der Indikatoren (Umschlagsbereiche!). In der Abbildung (3) wurde der Indikator so gewählt, daß beide Protonen der Qxalsäure titriert wurden.
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Titrationskurve von Phosphorsäure H3PO4 mit 0.1 n NaOH (3) |
In Abbildung (4) ist die Titrationskurve von Phosphorsäure, einer dreibasigen Säure, mit NaOH dargestellt. Nicht immer sind alle abdissoziierenden Protonen in der Titrationskurve zu erkennen (dies ist abhängig von der Größe der pKs-Werte der einzelnen Dissoziationsstufen). Bei dieser Titration wurde der Indikator offensichtlich falsch gewählt, denn sein Umschlagsbereich liegt zwischen den Äquivalenzpunkten. Solche Messungen führen mit Sicherheit zu einer falschen Konzentrationsbestimmung.