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Lackmus ist ein blauer Farbstoff, der sich aus verschiedenen Flechten, z.B. Variolaria, Roccella u. Lecanora, gewinnen läßt . Er fand früher bes. in den Niederlanden zum Bläuen von Wäsche u. zum Färben von Genußmitteln (Weine, Backwerk, Likör, Käse), Schminke u. Zuckerpapier Verw. Für die Textilfärberei ist L. wegen seiner Farbumschläge in Säuren u. Laugen ungeeignet. Heute wird Lackmus ausschließlich als Säure-Base-Indikator verwendet (bei pH 4,5 rot, bei 8,3 blau), u. zwar hauptsächlich in Form der wässrigen Lösung (Lackmus-Tinktur) u. des Lackmus-Papiers, bei dem es sich um Papierstreifen handelt, die mit schwach saurer oder alkalischer Lackmus-Tinktur imprägniert sind (Reagenzpapier). Der Hauptbestandteil des Lackmus ist polymer aus 7-Hydroxy-2-phenazinon-Chromophoren aufgebaut, was seine Verwandtschaft mit Orcein erklärt.
Lackmus wurde als chemisches Reagenz um 1300 n.Chr. von dem Arzt und Alchemisten Arnaldus de Villanova erstmals verwendet. Der Name kommt von indogermanischen: leg = tröpfeln u. Mus, da man bei der Herst. den Brei abtropfen ließ.