Filmwissenschaften

Filmwissenschaft im Institut für Medienwissenschaften vermittelt Grundlagen für historisch-kritische Analyse und ein umfassendes Verständnis von Kino und Film in Kultur und Gesellschaft. In Paderborn bietet der Bereich Film- und Fernsehwissenschaft im Unterschied zu anderen medienwissenschaftlichen Instituten der Bundesrepublik mit einem Kinoseminarraum, 16mm Projektion und Filmarchiven die Möglichkeit und Erfahrung des medialen Vergleichs zwischen analog und digital in der Lehre, der Praxis und Forschung.

Seminarraum Filmwissenschaft

Generelle Zielsetzung:

Filmwissenschaft bildet eine eigenständige Disziplin, die sich wie die Medienwissenschaft, bezogen aber auf ein konkretes Medium, mit der Geschichte, Theorie und Ästhetik des Films auseinandersetzt. Zum Film gehören seine Bedeutung als Massenmedium, seine Materialität als ästhetisches und ökonomisches Element, seine institutionellen Formen der Produktion, Distribution, Projektion und Rezeption, die Analyse wahrnehmungspsychologischer Dimensionen und ideologischer Formationen, seine gesellschaftliche Voraussetzung und Bedeutung.

Lehrstuhl Filmwissenschaft-Vorfuehrraum

Schwerpunkte:

Filmwissenschaft in Paderborn wird als Kinowissenschaft betrieben, insofern sie den Ort und die Bedingungen der Filmwahrnehmung in der Projektion zum Gegenstand der Wahrnehmung und Analyse macht. Dies geschieht zum einen in enger Zusammenarbeit mit der seit 2002 bestehenden studentischen Initiative Lichtblick, Programmkino in Paderborn, die Veranstaltungen im Kino ebenso wie im Kinoseminarraum organisiert. Zum anderen durch den Ankauf von Filmkopien, die im Filmseminarraum zur Vorführung kommen.

Lehrstuhl Filmwissenschaft-Filmarchiv

Diese Praxis bildet die Grundlage für eine materielle Ästhetik des Films: Studierende sollen befähigt werden mediale Differenzen wahrzunehmen, darzustellen und kritisch zu würdigen. Die Möglichkeiten dazu werden im konkreten Umgang mit dem Material am Schneidetisch, in der Projektion und in der gemeinsamen Filmsichtung gegeben.
Film (einschließlich des Fernsehfilms) bildet (auf unterschiedlichen Trägermaterialien und in unterschiedlichen Übertragungs- und Rezeptionsmodi wie Zelluloid, Magnetband, DVD, download) ein ästhetisches wie ein kommunikatives Gebilde. Diese Dimensionen gilt es in ihrem Verhältnis zu benachbarten Disziplinen (der Soziologie, Kunstwissenschaft, Semiotik) auszuloten, wie in ihren Abhängigkeiten von technologischen und gesellschaftlichen Prozessen zu analysieren.

Einzelne Seminare bieten beispielsweise:

  • Einführungen in den Gegenstand und die Methoden der Filmwissenschaft
  • sozial- und kulturhistorische Zusammenhänge der Entwicklung bestimmter Genres und Stilrichtungen
  • klassische und moderne Filmtheorien
  • Film und Genderfragen, feministische Filmtheorie
  • Filmgeschichte und Filmhistoriographie
  • Fernsehtheorien

Darüber hinaus werden regelmäßig Exkursionen zu Filmfestivals angeboten.