Hille Köhne

Und sie, sie liebte Raubtiere – tritt auch in den Garten

koehne

BRD 1987
7:30 min
Farbe
stumm
16mm



 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hille Köhne arbeitet mit gesammeltem, oft autobiographischem Material, mit Photos, die sie auf Filmstreifen legt und ausgesuchten Farbfolien, die neben- und übereinandergelegt schließlich in Bewegung gesetzt werden. Und sie, sie liebte Raubtiere und tritt auch in den Garten basiert auf einem Majakowski-Zitat. Im Blaugrün des Wassers liegt träge, gelangweilt das Krokodil, das jederzeit zum Raubtier werden kann.
Renate Lippert – Katalog Kurzfilmtage Oberhausen 1994.

[…]
„Helke Sander hat 1975 in ihrem Manifest geschrieben: “Feminismus ist keine Frage des Themas”. Welche Filme, in denen andere als Frauenthemen eine wesentliche Rolle spielen, werden denn überhaupt als feministisch wahrgenommen?“
SCHLÜPMANN: „Mir fällt ein wenig bekanntes Beispiel ein: die Filme von Hille Köhne. Aber im Grunde sind fast alle Experimentalfilme wenig bekannt, und Hille Köhnes Arbeiten in den achtziger Jahren gehören dazu. In Kingkong und Na gut, schlachtet alle Gummibärchen gibt es kein sozialkritisches Thema, das sich ausdrücklich auf Frauen bezieht, in Kingkong ist nicht einmal eine Frau zu sehen. Diese Filme treffen etwas, was schon in den 70er Jahren für feministische Filmarbeit wichtig war – neben den dokumentarisch-politischen Filmen: Feministische Filmarbeit hat einen Bruch mit den Formen des klassischen Kinos versucht. Daher müssen nicht sichtbar eine Frau und ihre Probleme im Zentrum stehen, es geht darum, eine andere Sicht auf die Welt zu zeigen. Auch das wiederum ist nicht erst eine Auffassung des Feminismus, sondern wurde von linken Filmkritikern ebenso vertreten. Sie ging davon aus, dass der ganze Apparat des Kinos, die Kamera insbesondere, ein Instrument ist, in dem sich Herrschaftsstrukturen sedimentiert haben. Man muss deshalb mit dem der Kamera eingeschriebenen Blick brechen.“
[…]
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/lust-am-verbotenen

Festivals
Oberhausen 1987, 1994

Preise
Braunschweiger Experimentalfilmpreis der Westdeutschen Kurzfilmtage Oberhausen 1987