Anja Czioska

Me Shower, San Francisco
Duschen, San Francisco

czioska
D 1994
3 min
s/w
ohne Ton
Super 8 auf 16mm

„Mich interessiert es weniger, Menschen in ihren Kleidern zu filmen. Moden wechseln dauernd – aber wie ein Körper aussieht, das ist einfach spannend. Da kannst Du sehen, ob einer viel Bier trinkt oder Sport treibt. Welche Spuren hinterlässt die Zeit und wie geht jeder damit um?“

Il s’agit du même type de film que celui réalisé à Rotterdam en 1991. J’ai essayé de me filmer alors que je prenais une douche, mais la buée et le brouillard sont les éléments prépondérants.
https://lightcone.org/en/film-368-me-shower-san-francisco

Insgesamt entstanden seit 1991 bisher etwa 30 Duschfilme auf S-8/16mm, in Farbe und s/w. Die Gesamtlänge der Aufnahmen beträgt etwa 2 Stunden.


One Pussy Show

One Pussy Show
D 1998
6 min
Farbe
Lichtton
16mm

Im Performance-Film “One Pussy Show”, ausgezeichnet mit dem Hessischen Filmpreis 1999, präsentiert sich die Filmemacherin als nacktes und angezogenes Filmwesen, das zu Sixties-Musik tanzt, sich verschiedene Outfits verpasst und Spaß hat.

One Pussy Show fürs Kino
Warum es Dietrich Kuhlbrodt als genderspezifischer Folge der von Sennett beklagten emotionalen Defizite möglicherweise an der expressiven Kunst fehlt, sein Gesicht und seinen Körper zu inszenieren
Das Beste der Frankfurter Filmschau kommt schon herum. Das wahre Vergnügen bietet der eigene Körper; jeder Film geht auf eigene Tour. Entbehrlich, Schutz unter einem Dach zu suchen, als Gruppe aufzutreten oder mindestens die Performance zu moderieren.
In den sieben Minuten der »One Pussy Show« fällt kein einziges Wort. Anja Czioska steht vor der Kamera und zieht ihr Outfit der letzten zehn Jahre an und aus. Seit 1991 ist sie one of »The 3 Pussy Kisses«; in der »One Pussy Show« tanzt sie zu Sixties live, solo, aber nicht allein. Sie wendet sich direkt an die Kamera, also an uns. Wir nehmen keine verbalen Botschaften entgegen, sondern sind direkt angesprochen, körpersprachlich. Das ist ein angenehmer Kontakt, denn Czioska ist unpeinlich, sympathisch, offen. Gedreht ist die Performance beschleunigt. Sie hat ihr eigenes Tempo, einwandfrei passend zur Live-Nostalgie.
Vor ein paar Wochen war ich auf einer Veranstaltung des Kölner Filmbüros. Thema: inszenierte Intimität. Und daher weiß ich, dass die Kolleginnen vom Fachbereich 9 die Frage haben, die sie sofort selbst beantworten: Was soll mir so was sagen? Es sagt mir nichts! (In Köln ging’s um Ulrich Seidls inszenierten Dokumentarfilm »Models«). So fragt, wer verbale Botschaften vernehmen möchte, jedoch keinen Text liest, sondern sich ins Kino setzt. Worauf ich hinaus will: das Kino zum Transportmittel für Print-Botschaften zu degradieren, ist einwandfrei körperfeindlich. Denn Film ist ein Bilder-Medium, die Pussy organhaft und Musik Musik, und wem es nichts sagt, sich vor den Spiegel oder einen anderen Körper hinzustellen und sich seine Sachen an- und auszuziehen, der bzw. die ist Kölnerin und hat ein unterentwickeltes Verhältnis zu ihrer Pussy. So weit die Polemik.
Wechseln wir nach Marburg. Dort kommt der Körper ins universitäre Bewusstsein. Als Forschungsgegenstand der Film- und Fernsehwissenschaft wird »Der Körper im Bild« fokussiert (Titel der von Heinz B. Heller, Karl Prümm und Birgit Peulings herausgegebenen Publikation bei Schüren). Es ist so weit, es darf über die »Pussy Show« geschrieben werden.
Bleiben wir bei der Körpersprache, dieser begrifflichen Ungeheuerlichkeit. In der »One Pussy Show« passiert das, was der Kulturkritiker Richard Sennett (»The Fall of Public Man«) so beredt vermisst hatte: die Lebenskunst, expressiv zu sein (und nicht etwa Expressivität darzustellen). Seiner nun schon einige Jahrzehnte alten Diagnose zufolge leiden wir seit 150 Jahren akut an emotionaler Depravierung. Intimes galt es vor öffentlichen Blicken abzuschirmen; lediglich zum Zwecke der Bildung und Erziehung war Berufenen erlaubt, derlei auf städtischer Bühne darzustellen. Czioska ist mit ihrer »One Pussy Show« allein, Selbstdarstellerin, auf einem Level mit den Zuschauern, mit uns. Sie verfolgt keine volkspädagogischen Zwecke, sie hinterfragt nichts fürs Seminarplenum, sie ist da, ihr Körper kommt nah.  […]
Dietrich Kuhlbrodt (Jungleworld 10/1999)

Links
https://lightcone.org/en/film-1669-one-pussy-show

Aufführungen
Art Kino, art Frankfurt 1999
CeBit Hannover 2000
Frankfurter Kunstverein 2000
Mouson-Turm Frankfurt am Main 2000

Festivals
Frankfurter Filmschau 1999
Impact Festival, Utrecht (NL) 1999
Stuttgarter Filmwinter 2000

Preise
Hessischer Filmpreis 1999


Underwater
Unterwasser

Czioska_Underwater
D 1994
3 min
s/w
ohne Ton
Super 8 auf 16mm

Je me suis filmée sous l’eau en tenant à la main ma caméra. Le film est projeté à l’envers, de sorte qu’on a l’impression que je bois toute l’eau qui m’entoure. Certaines séquences me font apparaître comme une personne morte sous l’eau, d’autres me montrent en train de reprendre ma respiration.
https://lightcone.org/en/film-369-underwater