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Ansage zur Veranstaltung am 21.11.2000
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Ansage zur Veranstaltung am 21.11.2000

Wintersemester 2000/2001: Anthropologische Grundlagen von Schulpädagogik und Berufsbildung

  1. Seit der ersten Veranstaltung am 17. Oktober wird ein konkretes Angebot zur Nachbesprechung, Kritik und Mitgestaltung dieser Veranstaltung gemacht. Dieses Angebot zur Evaluation wurde sowohl durch schriftliche Hinweise wie auch durch persönliche Beteiligung aufgegriffen und am 07.11. und 14.11. durch einen Studenten die entsprechenden Ergebnisse unmittelbar zurückgemeldet.

  2. Völlig überraschend kamen deshalb am 14.11. die schwerwiegenden Vorwürfe, in der Textsammlung (Reader) zur Veranstaltung seien auch Texte des "Rassisten und Antisemiten" Rudolf Steiner.

    Ich entgegnete darauf, die von mir ausgewählten Texte von Rudolf Steiner (insgesamt etwa 16 Seiten von 273 Seiten = 6%) hätten
  • keinerlei rassistische, antisemitische oder diskriminierende Tendenz oder gar Aussagen und seien
  • im Gegenteil an der Würde und Mündigkeit des freien Individuums (ethischer Individualismus) orientiert und
  • Werk- und Wirkungsgeschichte Steiners und der Anthroposophie brächten diesen humanen Impuls zur Erscheinung.
Insoweit seien die Vorwürfe gegen die Textsammlung haltlos.

Im Verlauf einer etwa 15-minütigen Diskussion wurden weitere Vorwürfe von den beiden Diskutanten geäußert, z.B. Antisemitismus an Waldorfschulen oder daß Anthroposophie-Kritiker Todesdrohungen erhielten.

Wie mir dann erst nachträglich bekannt wurde, zeigten oder verteilten die beiden Diskutanten Texte, die ich persönlich bis heute nicht kenne, die aber möglicherweise in die Veranstaltung hineinwirken.

Aus diesen Gründen habe ich mich entschlossen, die genannten Vorwürfe zu thematisieren und wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Dies kann nicht im Rahmen dieser Veranstaltung "Anthropologische Grundlagen von Schulpädagogik und Berufsbildung (Neue Historische Person)" geschehen, weil die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Vorwürfen eine vertiefte Beschäftigung mit der Anthropologie und Völkerkunde Rudolf Steiners erfordert.

Aus diesem Grunde biete ich an eine Arbeitsgruppe einzurichten, in der diese Vorwürfe behandelt werden.
  1. Die Vorgaben zur Klärung der Vorwürfe sind Transparenz, Kooperation und wissenschaftliche Methodik.

    Transparenz: Das Vorgehen ist veranstaltungsöffentlich, es gilt der Grundsatz freier und allgemein zugänglicher Information.

    Kooperation: Die erste Sitzung dieser Arbeitsgruppe findet am 22.11., 13 Uhr, in H6.310 statt. Der Termin wurde so gewählt, daß möglichst alle Interessierte teilnehmen können.

    Wissenschaftliche Methodik: Die Quellen müssen bekannt sein, die Qualität der Quelle muß nachvollziehbar bewertet, der Gesamtzusammenhang muß hergestellt werden. Neben diesen Grundlagen historisch-philologischer Arbeitsweise wird Offenheit und Dialogfähigkeit im Sinne eines hochschulmäßigen wissenschaftlichen Diskurs erwartet.

Paderborn, den 21.11.2000

Peter Schneider

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